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Konjunktur

Pleite im Aufschwung

So viel Optimismus herrschte schon lange nicht mehr. Das Institut für Weltwirtschaft und der Bankenverband erklären unisono die Rezession für beendet und sehen die Wirtschaft auf Wachstumskurs. Gleichzeitig berichtet das Statistische Bundesamt über einen rasanten Anstieg der Firmenpleiten. Wie passt das beides zusammen?

Wenn es aufwärts geht, sollten eigentlich die Firmen ihre Kräfte bündeln, zupacken, produzieren und liefern. Doch das klappt nicht immer. Viele Unternehmen sind in der Krise an ihre Reserven gegangen, manche haben sie aufgezehrt und machen nun kurz vor dem rettenden Ufer schlapp.

Kreditklemme: Krise treibt Firmen vor sich her

Auch die Banken spielen dabei eine Rolle. Unternehmer werfen ihnen eine zögerliche Kreditvergabe vor, was die Finanzhäuser natürlich bestreiten. Aber eine Umfrage unter Insolvenzverwaltern hat schon vor geraumer Zeit ergeben, dass nicht gewährte Kredite nicht selten eine Pleite erst verursachen. Dabei kommen auch im Kern gesunde Unternehmen unter die Räder. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen. Zum einen liegt dies daran, dass in vielen Firmen die Kurzarbeit ausläuft. Die Arbeitskräfte müssen wieder voll bezahlt werden, das kann nicht jeder. Zum anderen ist der aktuelle Aufschwung kein Breitenphänomen - auch wenn Bund und Länder durch ihr Konjunkturprogramm versuchen, gerade für das örtliche Handwerk Brücken zu bauen. Autoverkäufer profitierten von der Abwrackprämie. Nun stehen sie vor einem schwarzen Loch.

Der Weg zum Aufschwung wird steinig

Auch wenn der erwartete Einbruch am Arbeitsmarkt doch nicht so heftig wie befürchtet ausfallen könnte, so bleiben die Sorgen der Arbeitnehmer bestehen, was sich negativ auf das Konsumverhalten auswirken wird. Auch wenn die Ausblicke rosiger werden, darf man nicht vergessen, dass Deutschland als Exportnation härter als andere Volkswirtschaften getroffen wurde. Der Weg zurück auf den Wachstumspfad wird steinig. Ob das Glas halb voll ist oder halb leer, ist ein müßiger Streit. Es ist halb.

Der Autor Stephan Wolf ist Korrespondent für die Tageszeitung Kölnische Rundschau am Finanzmarktplatz Frankfurt a.M.

(Redaktion)


 


 

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