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Hannover

Polizei stoppt Landesbischöfin mit 1,54 Promille

Bereits am vergangenen Samstag ist Landesbischöfin Margot Käßmann nach dem Überfahren einer roten Ampel in Hannover von der Polizei angehalten worden. Die Beamten bemerkten dabei Alkoholgeruch. Bei der anschließend durchgeführten Blutprobe stellte man bei ihr einen erhöhten Alkoholwert von 1,54 Promille fest.

Käßmann gab inzwischen bekannt, dass sie aufgrund der Ereignisse in den kommenden Tagen keine weiteren Termine mehr wahrnehmen wolle.

Bischöfin mit bemerkenswerter Aura

Wer der Landesbischöfin bereits begegnet ist, der weiß, dass sie eine für Kirchenvertreter höchst ungewöhnliche Aura ausstrahlt und eben nicht jenes Klischee des verkrampften Kirchen-Oberen bedient. Das untermauerte sie zuweilen auch mit Angriffen gegen die katholische Kirche: kirchliches Zölibat, Zulassung von Frauen zum Priesteramt oder Homosexualität und Kirche - kein Thema hat sie ausgelassen. Durch ihre entspannte Art und rückte sie aber stets auch die Evangelische Kirche in ein anderes Licht und ist als weibliches Oberhaupt zugleich personifiziertes  Ausdruck des reformistischen Selbstverständnisses der Protestanten.

Käßmann: Tumor, Scheidung und im Debatten-Kreuzfeuer

Nicht immer war das Leben der vierfachen Mutter aber nur von Höhepunkten begleitet: im Jahr wurde bei der zielstrebigen Käßmann Krebs diagnostiziert. Die Ärzte entfernten der Bischöfin einen bösartigen Tumor aus der Brust. Kurz darauf, im Jahr 2007, scheiterte nach 26 Jahren ihre Ehe. 

In der vergangenen Zeit hatte Käßmann mit provokanten Debattenbeiträgen zum Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan und zur aus ihrer Sicht "beschämenden" Kinderarmut in Deutschland auf sich aufmerksam gemacht. Nicht immer wurden ihre Beiträge dabei positiv aufgenommen. Doch die Jeanne d´Arc der evangelischen Kirche stand das Kritik-Gewitter stets durch, ohne dabei einen Hehl aus ihrer eigenen Verletzbarkeit zu machen. Das wiederum zeichnete das Rotary-Mitglied (Wahlspruch: Diene selbstlos) aber auch gegenüber den häufig sehr unsexy daher kommenden Kritikern aus. Am Ende hatte Käßmann dann doch stets mehr Charisma als ihre Gegner. Und häufig auch nicht immer ganz Unrecht.

Hintergründe noch unklar

Nun die Alkoholfahrt von Hannover. Käßmann sagt: "Ich bin über mich selbst erschrocken, dass ich einen so schlimmen Fehler gemacht habe und bedauere das zutiefst. Mir ist bewusst, wie gefährlich und unverantwortlich Alkohol am Steuer ist." Es war bekannt, dass Käßmann verletzlich ist, aber ob und wie sie wieder in ihre Rolle einer Jeanne d´Arc zurückfinden kann, muss sie erst noch beweisen. Die Landeskirche reagierte indes: Die Bischöfin erhält eine Rüge. Über die Hintergründe von Käßmanns Alkohol-Fahrt ist noch nichts bekannt.

(Onur Yamac)


 


 

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