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Bundeskriminalamt

Wirtschaftskriminalität verursacht die Hälfte aller Schäden in der Polizeistatistik

Im Jahr 2009 wurden in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) insgesamt 101.340 Fälle von Wirtschaftskriminalität registriert (2008: 84.550). Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg von 19,9 Prozent (16.790 Fälle).

Ein bemerkenswert starker Anstieg ist laut BKA 2009 im Bereich der Anlage- und Finanzierungsdelikte zu verzeichnen. Dieser betrifft  Deliktsformen im Zusammenhang mit der Vermittlung, Erlangung und Gewährung von Krediten. Die 19.792 registrierte Fälle entsprechen demnach einem Anstieg von 176 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Höhere Fallzahlen in der Krisenzeit

Das Gleiche gilt laut BKA für den Deliktsbereich Kapitalanlagebetrug. Hier wurden im Berichtsjahr 18.313 Fälle registriert, was einem Anstieg von ca. 214 Prozent im Vergleich zu 2008 entspreche (5.833 Delikte).

"Der Ende des Jahres 2008 einsetzende Trend ansteigender Fallzahlen der Wirtschaftskriminalität hat sich im Jahr 2009 fortgesetzt. Insgesamt hat die öffentliche Aufarbeitung der Wirtschafts- und Finanzkrise offenbar beim Bürger zu einer verstärkten Sensibilität geführt und das Anzeigeverhalten der Geschädigten beeinflusst," so BKA-Präsident Jörg Ziercke.

Wirtschaftskriminalität: Hohe Aufklärungsquote

Der Anteil der Wirtschaftskriminalität an den insgesamt polizeilich bekannt gewordenen Straftaten betrug im Berichtsjahr 1,6 Prozent (2008: 1,4 Prozent). Im Jahr 2009 wurden im Bereich der Wirtschaftskriminalität zudem insgesamt 35.801 Tatverdächtige registriert (2008: 35.493). Der durch die Wirtschaftskriminalität verursachte Schaden belief sich 2009 nach BKA-Angaben auf 3,43 Milliarden Euro und lag damit auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr. Delikte der Wirtschaftskriminalität verursachten somit nahezu die Hälfte des in der PKS ausgeworfenen Gesamtschadens von rund 7,2 Milliarden Euro. Die Aufklärungsquote betrug zugleich im Berichtsjahr 91,7 Prozent (2008: 92,5 Prozent) und war damit erneut deutlich höher als bei der Gesamtkriminalität (55,6 Prozent).

Internet-Betrügereien aktuell rückläufig

Die Anzahl der Fälle aus dem Bereich der Wirtschaftskriminalität unter Nutzung des Tatmittels „Internet“ ist nach dem starken Anstieg im Jahr 2008 (16.437 Fälle) im Berichtsjahr um 34,8 Prozent auf 10.717 Delikte zurückgegangen. Im Jahr 2009 wurde damit bei ca. jedem zehnten Fall von Wirtschaftskriminalität das Internet genutzt. Der Hauptanteil lag dabei laut BKA mit Abstand im Bereich „Wirtschaftskriminalität bei Betrug“ (8.508 Fälle).

(Redaktion)


 


 

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