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"Hells Angel" das Leben gerettet

Kölner Polizeibeamte im Einsatz für das Rocker-Herz

Die Debatte über ein Verbot der umstrittenen Motorradclubs "Hells Angels" und "Bandidos" hält unvermindert an. Beide Clubs gelobten nach etlichen Revierstreitigkeiten Mitte 2010 in Hannover Besserung. Nun bedankten sich die "Hells Angels" erstmals für einen Polizeieinsatz. Grund ist allerdings keine neue Strategie der Rocker - Kölner Polizeibeamte haben am Donnerstag einem bewusstlosen Clubmitglied das Leben gerettet.

Dabei hatte alles angefangen wie so oft: Bei den Freunden und Helfern in der Domstadt beobachtet man seit einiger Zeit die Rockerszene sehr genau. Und dort droht den Beamten aktuell erkennbar wieder die ein oder andere Überstunde.

Am frühen Donnerstagabend fielen dann gleich mehrere Mitglieder eines Unterstützerclubs der "Hells Angels"  vor einem Gasthaus im Kölner Stadtteil Kalk auf. Nun ja, die Kölner "Höllen-Engel" neigen gelegentlich dazu, Silvester vor ihrem Clubheim mit angeschlossener Spielhalle auch mal einige Tage zu spät zu feiern und gehen vielfach aufmerksamkeitsstarken Beschäftigungen entlang der Kölner Ringe nach. Grund genug für eine Ansprache also. Polizeibeamte kontrollierten daraufhin die Anwesenden und nahmen die Personalien auf. Neben einem Messer wurde hierbei auch eine Tierabwehrpistole mit Reizgas einkassiert. Für den informierten Mediennutzer bis hierhin ein altbekannter Verlauf des Aufeinandertreffens von Polizei und Otto-Normal-Bürgern in Kutte.

Polizeieinsatz wird zum Glücksfall

Just in jenem Moment, als die Beamten allerdings die Szenerie verlassen wollten, geschah dann das Unglaubliche: ohne erkennbaren Grund lief ein anwesender Mann in Hells-Angels-Kutte blau an und sackte kurz darauf in seinem Stuhl zusammen. Ein medizinischer Notfall, wie sich bald zeigen sollte.

Eine Polizistin und ihr männlicher Kollege konnten in der Folge keine Vitalfunktionen mehr bei dem Rocker feststellen. Der schwebte  erkennbar in großer Lebensgefahr. Zeit nachzudenken: keine. Und so entpuppte sich der für die Rocker zuweilen lästige Polizeieinsatz dann dennnoch als schicksalhafter Glücksfall. Statt wie geplant stiften zu gehen, gaben die verbeamteten Rheinländer dem Einsatz noch einen tieferen Sinn: sofort begannen sie mit der Reanimation des Leblosen. Eine weitere Beamtin forderte derweil Notarzt und Rettungsdienst an.

Dank vom Hells-Angels-Chef

Einige Minuten später gelang es, den Mann wiederzubeleben, die Atmung des "Höllen-Engels" setzte wieder ein. Kurz darauf trafen auch die Rettungskräfte vor Ort ein. Der Mann wurde in eine Kölner Klinik eingeliefert. Dessen Allgemeinzustand hat sich nach Angaben der Kölner Polizei inzwischen wieder stabilisiert. Er ist auf dem Weg der Besserung.

Noch am Donnerstagabend meldete sich der Präsident der Kölner "Hells Angels" und bedankte sich telefonisch bei der Kölner Polizei für den Einsatz. Auch der tags zuvor bewusstlos gewordene Rocker ließ am Freitag von sich hören. Wieder hieß es (ohne böse Absichten): Danke. Da schlug nicht nur das Rocker-Herz höher.

Wie man es nun miteinander hält? Nun ja, die Harley wird auf der einen Seite in absehbarer Zeit wohl nicht gegen eine Vespa eingetauscht. Im subtropischen Klima Kölns setzen Polizeifahrzeuge zudem meist Rost an, wenn sie nicht tagein tagaus über die Kölner Ringe bewegt werden. 

Aber Hauptsache das Herz ist gut. Und schlägt.

(Onur Yamac)


 


 

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