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Post zeigt De-Mail kalte Schulter

Offenbar keine Verknüpfung des E-Postbriefs mit De-Mail

Die beiden konkurrierenden Nachfolger der Bundespost gehen beim elektronischen Brief getrennte Wege. Die Deutsche Post gab am Dienstag auf der Messe Cebit in Hannover bekannt, dass sie ihr bestehendes Angebot nicht für den De-Mail-Standard öffnet, auf den die Deutsche Telekom setzt. Die Post wolle lediglich ein zusätzliches Angebot für De-Mail bis Jahresende schaffen, sagte Ralph Wiegand, Leiter des Bereichs E-Postbrief.

Von Philipp Heinz

"Der E-Postbrief deckt die Bedürfnisse der Privat- und Geschäftskunden in Deutschland ab", sagte Wiegand. De-Mail sei dagegen auf öffentliche Verwaltungen ausgerichtet und so eng gefasst, dass es keinen Sinn habe, das umfangreichere Angebot des E-Postbriefs darauf anzupassen. Ohnehin habe ein Bundesbürger im Schnitt nur 1,6 Kontakte mit einer Behörde im Jahr, wofür das De-Mail-Gesetz gemacht sei.

Nach diesem Gesetz ist dieser Weg der einzige für Behörden, wenn sie rechtsverbindliche Mitteilungen elektronisch übermitteln wollen. Für den Austausch in der übrigen Geschäftswelt ist aber auch der E-Postbrief rechtsverbindlich.

Am Vormittag waren bereits die ersten drei Anbieter der De-Mail zugelassen worden, darunter die Deutsche Telekom, der große Konkurrent der Deutschen Post auf diesem Gebiet. Die Telekom und der E-Mail-Anbieter United Internet (1&1, GMX, WEB.DE) gaben derweil bekannt, an ihre Kunden künftig Adressen mit dem Standard-Zusatz "de-mail.de" zu vergeben. Gemeinsam decken die beiden Unternehmen nach eigenen Angaben nahezu zwei Drittel des deutschen E-Mail-Marktes ab.

Die elektronische Post soll viele herkömmliche Briefsendungen überflüssig machen und damit Kosten und Papier sparen. "Wir müssen Schlüsseltechnologie wie De-Mail in die Breite bringen", sagte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) auf der Cebit.

Post arbeitet mit Steuer -Dienstleister Datev zusammen

Die Deutsche Post kündigte unterdessen eine Zusammenarbeit mit Datev an, einem IT-Dienstleister für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte. Mit dem Datev-System wird die Finanzbuchführung von rund 2,5 Millionen Unternehmen erstellt.

Die Post verspricht einen sicheren Versand des elektronischen Briefs an jeden Bundesbürger, der zumindest eine Postadresse hat. Wenn der Empfänger keine E-Post empfangen kann, dann bekommt er die Nachricht auf Papier zugestellt. In diesem Fall spricht die Post von einer sogenannten hybriden Sendung. Im Gegensatz dazu sieht die De-Mail bloß eine Art von verschlüsselter E-Mail vor.

Den E-Postbrief gibt es seit 2010, er spielt auf dem Briefmarkt bisher aber kaum eine Rolle. Für Privatleute kostet ein E-Postbrief 55 Cent - also genauso viel wie ein klassischer Brief. Dabei ist es egal, ob die Mitteilung komplett elektronisch versandt oder auf dem Weg in einen klassischen Brief in Papierform umgewandelt wird.

Die Telekom hatte am Montag den Start ihrer De-Mail auf dem Massenmarkt für September angekündigt. Die Preise für das Angebot liegen mit 39 Cent deutlich unter denen des E-Postbriefs.

(dapd )


 


 

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