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PR-Wirtschaft

Kommunikationsexperten vermissen Kontakt zu Journalisten

Knapp zwei Drittel aller Kommunikationsfachleute sehen in Social Media noch immer die größte Herausforderung für die Branche. Danach folgen die personelle Ausdünnung in den Redaktionen und der Druck, Erfolgsnachweise zu liefern. Die Mitgliedschaft in sozialen Netzwerken ist zwar weit verbreitet, aber ein Drittel der Unternehmen und ein Viertel der PR-Agenturen ist mit einem offiziellen Account noch gar nicht dort vertreten. Grundsätzlich ist die Stimmung in der PR-Branche inzwischen wieder besser als 2009: Die wenigsten rechnen mit sinkenden Budgets in 2011. Das ergab die Umfrage "PR-Trendmonitor 2010 - Pressearbeit und PR in einem neuen Medienzeitalter" der DPA-Tochter News Aktuell und Faktenkontor.

Der Einsatz sozialer Netzwerke bereitet der Kommunikationsbranche demnach Kopfzerbrechen. 63 Prozent aller PR-Fachleute empfinden darin aktuell die größte Herausforderung für ihren Job. Das gilt für Mitarbeiter in Pressestellen und Agenturen gleichermaßen. Welchen rasanten Bedeutungswandel das Thema in den letzten zwölf Monaten für die PR erfahren hat, zeigt ein Vergleich mit dem Vorjahr. Damals haben nur Wenige das Thema "Social Media" als Herausforderungen angesehen. (Quelle: PR-Trendmonitor, Oktober 2009).

Neben sozialen Netzwerken fühlen sich heute über die Hälfte aller PR-Schaffenden zusätzlich durch die personelle Ausdünnung in den Redaktionen herausgefordert (Pressestellen: 52 Prozent, Agenturen: 53 Prozent). Überraschend, könnte man doch vermuten, dass gerade die Einsparung von Journalisten ein größeres Interesse an vorgefertigtem PR-Material in den Redaktionen nach sich zieht. Web-Monitoring ist das dritte Thema, dass den Kommunikatoren zur Zeit unter den Nägeln brennt. Knapp 40 Prozent aller Pressesprecher und knapp die Hälfte aller Agenturmitarbeiter (46 Prozent) setzt die Tatsache, Erfolgsnachweise liefern zu müssen, stark unter Druck. Überraschend, da die Informationen, wann wo über das Unternehmen geschrieben wurde heute einfacher zu ermitteln ist als jemals zuvor.

Social Media noch immer keine Selbstverständlichkeit

Fast ein Drittel aller Pressestellenvertreter gibt an, dass das eigene Unternehmen auf keiner Plattform zu finden ist (31 Prozent). Die Zahl der Agenturen, die keine eigene Social Media-Präsenz haben, liegt mit 25 Prozent nur knapp darunter. Im Branchenvergleich müssen vor allem Verbände und Verwaltungen kräftig nachlegen. Sie verzichten überdurchschnittlich oft auf eine Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken (38 Prozent). Die Studie bringt noch etwas ans Licht: Generell sind PR-Schaffende weiterhin Twitter-Muffel. Nur 16 Prozent aller Pressesprecher und PR-Fachkräfte nutzen den Nachrichtendienst täglich.

Mehr als jede dritte Pressestelle (43 Prozent) und Agentur (40 Prozent) pflegt ein eigenes Unternehmensprofil bei einem sozialen Netzwerk (MeinVZ, Facebook,..) fast ebenso viele kommunizieren offiziell via Twitter (Pressestellen: 40 Prozent, PR-Agenturen: 37 Prozent) oder nutzen die Online-Videoplattform YouTube als Präsentationskanal (Pressestellen: 31 Prozent, PR-Agenturen: 12 Prozent). Gut jede zweite PR-Agentur pflegt zusätzlich einen Account beim sozialen Netzwerk Xing (53 Prozent). Grundsätzlich tun PR-Fachleute laut Trendmonitor gut daran, Social Media zu nutzen. Denn auch in Redaktionen ist das Web 2.0 als Arbeitstool etabliert. In anderen Worten: auch dort informiert man sich. Jeder zweite Journalist setzt inzwischen auf Social Media. (Quelle: Medien-Trendmonitor, April 2010).

Die Wenigsten erwarten für 2011 Budgetkürzungen

2011 wird offenbar ein gutes Jahr für die PR-Branche. Jeder vierte Mitarbeiter einer Pressestelle (25 Prozent) erwartet für das kommende Jahr Budget-Steigerungen von bis zu zehn Prozent oder mehr. Auch Agenturmitarbeiter fiebern guten Zeiten entgegen: Weit mehr als jeder Dritte rechnet ebenfalls mit einem vergleichbaren Honorar-Zuwachs von bis zu zehn Prozent oder mehr (42 Prozent). Im Branchenvergleich kommt der Optimismus vor allem aus den Reihen des produzierenden Gewerbes (37 Prozent) sowie des Handels (29 Produzent). Bedenkenträger, die für das kommende Jahr Kürzungen voraussagen, sind in der Minderheit (Pressestellen: 13 Prozent, PR-Agenturen: Neun Prozent). Und noch etwas zeigt die aktuelle Studie: Gut drei Viertel aller Pressesprecher (77 Prozent) und gut zwei Drittel der Mitarbeiter in PR-Agenturen (68 Prozent) sind mit ihrer derzeitigen beruflichen Situation zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Gründe dafür sind "interessante und vielseitige Aufgaben" (Pressestellen: 71 Prozent, PR-Agenturen: 70 Prozent), "Meine Arbeit bringt mir Spaß" (Pressestellen: 68 Prozent, PR-Agenturen: 70 Prozent) und "genügend Freiräume, um Arbeit kreativ zu gestalten" (Pressestellen: 60 Prozent, PR-Agenturen: 54 Prozent). Ein weiterer Grund für die Zufriedenheit? Für das kommende Jahr erwarten fast alle Kommunikatoren eine Steigerung ihres Bruttogehaltes um bis zu drei Prozent oder mehr (Pressestellen: 94 Prozent, PR-Agenturen: 95 Prozent).

Umfrageprofil: Teilnehmer: 2.270 Fach- und Führungskräfte aus PR-Agenturen und Pressestellen - Umfragezeitraum: September 2010 - Design: Online-Umfrage - Ergebnisse sind im Berichtsband auf eine Nachkommastelle gerundet.

(Redaktion)


 


 

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