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Soldaten protestieren

ARD schaltet das Programm in Afghanistan ab

Da die Übertragung monatlich 32.000 Euro kostet, stellt die ARD ihr Programm seit dem 1. April in Afghanistan nicht mehr zur Verfügung. Statt der Ausstrahlung über den Satelliten "Hotbird 8", sollen künftig nur noch einzelne Sendungen im Bundeswehr-TV angeboten werden. Dieses wird vom Verteidigungsministerium gesteuert.

Mit Empörung und Unverständnis reagiert in einer Mitteilung der Deutsche Bundeswehr-Verband auf die Entscheidung der ARD, die Satellitenübertragung ihres Fernsehprogramms nach Afghanistan zum 1. April einzustellen. Der Bundesvorsitzende, Oberst Ulrich Kirsch: „Jede Entscheidung zu Lasten unserer Soldatinnen und Soldaten ist eine schlechte Entscheidung – und hier sendet die ARD ein besonders unschönes Signal.“ Auch der Bund der Verteranen e.V. in Berlin bittet Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) um Unterstützung. 

"Wenn die Übertragung per Satellit für die ARD zu teuer ist, müssten die Sender das Geld an anderer Stelle einsparen." (Oberst Ulrich Kirsch, Deutscher Bundeswehrverband)

Einmal mehr würden ausgerechnet diejenigen, die für die Gesellschaft ein besonderes Risiko und große Entbehrungen auf sich nehmen, ausgegrenzt und benachteiligt, so Kirsch. „Die Menschen in der Bundeswehr haben nicht nur Rechte als Gebührenzahler, vor allem im Auslandseinsatz haben sie Anspruch auf Verständnis, Entgegenkommen und Solidarität!“.- Der Bund der Veteranen kritisiert zugleich, dass die ARD im Jahr mehr als 5 Milliarden Euro Einnahmen aus der Rundfunkgebühr. Kirsch deutete zugleich an: "Wenn die Übertragung per Satellit für die ARD zu teuer ist, müssten die Sender das Geld an anderer Stelle einsparen."

ARD-Vorsitzende unter Druck

Zu der Vereinbarung zwischen ARD und dem Verteidigungsministerium, als Ausgleich für den Stopp der Satellitenübertragung einzelne Informationssendungen für den bundeswehreigenen Sender  „bwtv“ zur Verfügung zu stellen, sagte Kirsch: „Das ist nicht ausreichend. Die ARD hat als öffentlich-rechtliche Anstalt den Auftrag zur Grundversorgung. Diese schließt die gesamten Programmangebote in den Bereichen Bildung, Information und Unterhaltung ein.“

Auch Spielfilme und die Sportschau stellten eine dringend nötige Abwechslung im teils lebensgefährlichen Einsatzalltag in Afghanistan dar, so Kirsch. Das bestätigt auch der Bund der Veteranen. Dort wehrt man sich gegen die Aussage des Ministeriums, es sei ein "befriedigender Kompromiss" gefunden worden. Unter Druck gerät durch den Protest der Verbände nun die ARD-Vorsitzende Monika Piel, die die Entscheidung womöglich einer erneuten Prüfung unterziehen muss. Auch das Internetangebot der Soldaten ist am Hindukusch eingeschränkt, in die Heimat Telefonieren dürfen sie zudem zweimal pro Woche für je 15 Minuten.

(Redaktion)


 


 

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