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Naser: "Wusste von nichts"

BayernLB-Verwaltungsrat bei Provisionszahlungen übergangen

Im Schmiergeldprozess gegen Ex-BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky geben sich prominente Wirtschaftsgrößen die Klinke in die Hand: Am Montag sagten der ehemalige Verwaltungsratsvorsitzende Siegfried Naser und der frühere Mercedes- und heutige Metro-Lenker Eckhard Cordes als Zeugen vor dem Landgericht München aus.

Von Ralf Beunink

Naser sagte, er habe von millionenschweren Provisionszahlungen an Formel-1-Chef Bernie Ecclestone nichts gewusst. Er könne sich nicht erklären, warum der Vorstand den Verwaltungsrat nicht darüber informiert habe. Allerdings hätte er selbst dann einem Verkauf der Anteile an CVC für 675 Millionen Euro zugestimmt. Schließlich sei das Angebot des Finanzinvestors ein "absoluter Glücksfall" für die BayernLB gewesen.

Ecclestone hatte das Geld 2005 für die Vermittlung von CVC als Käufer für die Anteile verlangt. Die Anklage wirft Gribkowsky vor, Ecclestone und dessen Familienstiftung 66 Millionen Dollar zugeschanzt und dann 44 Millionen Dollar davon als Bestechungsgeld selbst kassiert zu haben.

Angst vor Wertverlust der Formel-1-Anteile

Für die BayernLB bedeutete der Kaufpreis das große Los, denn der Wert der Anteile war damals von Plänen der Autohersteller bedroht, eine neue Rennserie in Konkurrenz zur Formel 1 auf die Beine zu stellen. Die Konzerne waren unzufrieden mit der Verteilung der Einnahmen. Man habe davon ausgehen müssen, dass die Formel 1 irgendwann "nichts mehr wert" sei, sagte Naser. Weitere Abwertungen hätten damals bereits gedroht.

Dass die Pläne der Autohersteller damals bereits weit gediehen waren, machten Cordes und Magna-Technologievorstand Burkhard Göschel im Zeugenstand deutlich. Cordes war damals als Mercedes-Benz-Chef für den Rennsport bei Daimler zuständig; Göschel verantwortete bei BMW den Motorsport. "Sehr konkret" seien die Pläne gewesen, sagte Cordes. Göschel sprach von einer "enormen Bedrohung" für die Formel 1.

Schließlich einigten sich die Autohersteller doch noch mit der Formel 1 auf eine neue Einnahmenverteilung. Ab wann genau absehbar war, dass es wohl doch keine konkurrierende Rennserie zur Formel 1 geben werde und der Wert der Anteile somit nicht mehr bedroht war, konnte das Gericht am Montag nicht abschließend klären. Verkauft wurden die Anteile im November 2005.

(dapd )


 


 

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