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Chemikalienhändler

Prozess von ungeheurer Sprengkraft

Das Verfahren gegen den Chemikalienhändler Rainer B. aus Hodenhagen (Kreis Soltau-Fallingbostel) wird noch explosiver: Die Staatsanwaltschaft Verden ermittelt nun auch im Fall Fritz G.s - des mutmaßlichen Rädelsführers der terrorverdächtigen Sauerland-Gruppe. Das berichtet die Tageszeitung Weser-Kurier (Bremen) in seiner morgigen Montagsausgabe.

Rainer B. muss sich demnächst vor dem Landgericht Verden verantworten. Er soll - so jedenfalls der Vorwurf der Ankläger - gefährliche Chemikalien auch dann verkauft haben, wenn er wusste, dass die Abnehmer daraus Sprengstoff herstellen wollten. Einer dieser Kunden war Fritz G., der sich mit drei Komplizen derzeit in einem der größten deutschen Terrorprozesse vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf verantworten muss.

Chemiekalienhändler muss bei Anti-Terror-Prozess aussagen

Die Bundesanwaltschaft wirft den vier Islamisten unter anderem vor, Autobombenanschläge in deutschen Großstädten geplant zu haben. Bei Rainer B. in Hodenhagen kaufte ihr mutmaßlicher Anführer Fritz G. 730 Kilogramm Wasserstoffperoxid, die laut Bundesanwaltschaft für 550 Kilogramm Sprengstoff gereicht hätten. Am kommenden Dienstag (19. Mai) ist Rainer B. als Zeuge im Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Gerichts geladen. Nach Informationen des Weser-Kuriers wird der Niedersachse dort die Aussage verweigern: Er will sich nicht selbst belasten.

Landkreis Wesermarsch: Jugendlicher hortete TNT und Napalm

Der mutmaßliche Terrorist Fritz G. war nur einer von vielen verdächtigen Kunden des Chemikalienhändlers. Die Zentrale Polizeiinspektion Lüneburg hat insgesamt etwa 50 Abnehmer ermittelt, die explosive Mischungen hergestellt haben. Unter ihnen waren mutmaßliche Rechtsextremisten, Drogenabhängige und blutjunge Waffennarren. Aber auch in weniger einschlägigen Kreisen stießen die Beamten unerwartet auf brandgefährliche Substanzen. Ein gerade 18 Jahre alter Kunde Rainer B.s erklärte ihnen beispielsweise, er sei schlicht "chemiebegeistert". Der Gymnasiast lebte in geordneten Verhältnissen bei seinen Eltern im Landkreis Wesermarsch. In seinem Jugendzimmer fanden die Ermittler jedoch eine Dose mit der Aufschrift "TNT", auch Plastiksprengstoff genannt, und zwei Fläschchen, auf denen "Napalm" stand. Im Garten gab es einen Bombenkrater von mehr als zwei Meter Durchmesser.

(Redaktion)


 


 

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