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Opel kämpft sich in die schwarzen Zahlen

72 Millionen Euro im Quartal verdient - Sanierung kostete tausende Arbeitsplätze

Der Autobauer Opel meldet zum ersten Mal sei Jahren wieder einen Gewinn. Umgerechnet 72 Millionen Euro blieben in den Monaten April bis Juni vor Steuern und Zinsen in der Kasse, wie der Mutterkonzern General Motors (GM) am Donnerstag meldete. Vorher hatte der Traditionskonzern aus Rüsselsheim eine schmerzvolle Sanierung durchgemacht und rund 8.000 Mitarbeiter für immer nach Hause geschickt.

"Dies ist das erste Mal seit Jahren, dass wir wieder einen Überschuss erzielt haben", schrieben Opel-Vorstandsvorsitzender Karl-Friedrich Stracke und Aufsichtsratschef Nick Reilly in einem Brief an die Belegschaft, der der Nachrichtenagentur dapd vorliegt. Der Restrukturierungs- und Wachstumsplan zeige "ganz offensichtlich erste Erfolge", erklärten die Manager. Über die ersten sechs Monate gerechnet, meldet Opel/Vauxhall aber noch einen Verlust von 288 Millionen Dollar, eine Verbesserung von 350 Millionen Dollar.

Stracke wiederholte in dem Brief das Ziel, das Jahr 2011 ohne Einrechnung der Sanierungskosten mit einem Gewinn abzuschließen. Ab 2012 will Opel nachhaltig profitabel sein, wie Stracke schon früher gesagt hatte. Opel will seinen Absatz in diesem Jahr von 1,2 Millionen auf 1,3 Millionen Fahrzeuge steigern.

Opel/Vauxhall hatte bis Ende Juni in Europa 50.000 Fahrzeuge mehr verkauft als im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres und den Marktanteil auf 6,4 Prozent gesteigert. Stracke kündigte an, der Hersteller werde mit neuen Modellen wie dem Elektroauto Ampera oder der dritten Generation des Vans Zafir in den nächsten Monaten weiter angreifen.

8.000 Jobs weg

Opel war durch Missmanagement und Qualitätsprobleme tief in die Krise geraten. Anfang 2010 begann der Traditionshersteller mit einer harten Sanierung. Das Werk in Antwerpen wurde geschlossen, europaweit sind 8.000 Stellen zum Abbau vorgesehen. Zeitweise war auch der Opel-Verkauf im Gespräch, ehe sich die Mutter GM dagegen entschloss. Inzwischen kommen neue Modelle wie der Astra-Kombi oder der Minivan Meriva wieder gut bei den Kunden an.

Wie entschlossen GM ist, Opel zum Erfolg zu führen, zeigt der Baubeginn für ein neues Motorenwerk im westungarischen Szentgotthard. Das Werk hat eine Kapazität von 500.000 Motoren pro Jahr und soll Ende 2012 die Produktion aufnehmen. Opel investiert dort 500 Millionen Euro und schafft 800 Arbeitsplätze.

In Deutschland betreibt das Unternehmen Werke in Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern. Opel leidet im Vergleich zur Konkurrenz von VW oder Renault darunter, dass die Marke auf Europa beschränkt ist. Wichtige Wachstumsmärkte wie China oder Südamerika versorgt Mutter GM mit anderen Marken.

Erst vor wenigen Wochen hatte GM neue Verkaufsgerüchte vom Tisch gewischt. GM-Chef Daniel Akerson sagte, Opel werde nicht verkauft. Wie wichtig Opel für GM ist, zeigt die aktuelle US-Absatzstatistik: Der enorm erfolgreiche GM-Kompaktwagen Cruze ist unter dem Blech praktisch ein Opel Astra, entwickelt in Rüsselsheim.

Insgesamt meldete der größte US-Autobauer für das zweite Quartal einen Nettogewinn von 2,5 Milliarden Dollar, nach 1,3 Milliarden Dollar vor einem Jahr. Der Umsatz stieg um 6 Milliarden Dollar auf 39,4 Milliarden Dollar. Für das zweite Halbjahr erwartet GM eine leicht schwächere Gewinnentwicklung.

(dapd )


 


 

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