Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Business-News
Weitere Artikel
Fassmer Werft

Die neue Rainbow Warrior ist in Berne vom Stapel gelaufen

Wenige Tage vor dem Jahrestag der Versenkung der "Rainbow Warrior I" ist bei der Fassmer Werft in Berne (Landkreis Wesermarsch) am Montag die "Rainbow Warrior III" vom Stapel gelaufen. Es ist der erste Neubau eines solchen Schiffes: Auftraggeber ist die Umweltschutzorganisation Greenpeace mit Sitz in Hamburg.

Das neue Flagschiff der Umweltschützer ist so konstruiert, dass es hauptsächlich als Segelschiff verwendet werden kann und wird mit der umweltfreundlichsten Technik ausgestattet. Die Masten im A-Rahmen-Design und die Segel sind nach Greenpeace-Angaben auf höchste Effizienz ausgerichtet. Das Schiff verfügt zudem über eine biologische Abwasseraufbereitungsanlage – und natürlich einen Hubschrauberlandeplatz. Das neue Schiff der Umweltschützer soll bis Oktober fertig gebaut sein. Mit dem Stapellauf können nunmehr bei der Fassmer Wrerft die beiden über 50 Meter langen Masten installiert werden. 

Geheimdienst versenkte "Rainbow Warrior I"

Das erste Schiff dieser Art, die "Rainbow Warrior I", kam im Jahr 1978 zum ersten Mal zum Einsatz. Hintergrund war damals eine Kampagne gegen den isländischen Walfang. In den folgenden Jahren gerieten Schiff und Crew immer wieder in Bedrägnis. So berichten Greenpeace-Verantwortliche u.a. vom Beschuss mit Harpunen und willkürlichen Ingewahrsamnahmen. Das Arbeitsmittel der Umweltschutzorganisation erlangte hierdurch jedoch von Mal zu Mal mehr Kult-Status und gerierte sich zu einem hervorragenden Imageträger für die Umweltschützer.

Der Erfolg der Umweltschützer mobilisierte allerdings auch potente Gegner. Zu Zeiten des Kalten Krieges waren diese zugleich bestens gerüstet. Mit verheerendem Ergebnis: Bei einen Anschlag des französischen Geheimdienstes wurde im Jahr 1985 die im Hafen liegende "Rainbow Warrior I" versenkt und dabei die Greenpeace-Fotografin Fernando Perreira getötet.

Ab 1989 konnte Greenpeace mit der ebenfalls gebraucht übernommenen "Rainbow Warrior II" wieder in See stechen. Auch sie kam u.a. in Kampagnen gegen die französischen Atomtests vor dem Muroroa Atoll zum Einsatz. Bei einem Rammmanöver durch ein französisches Marineschiff wurde sie u.a. gerammt und unter Einsatz von Tränengas geentert, die Crew festgenommen. 

Neues Greenpeace-Schiff tritt schweres Erbe an

Nach Greenpeace-Angaben kommt die auch heute noch im Einsatz befindliche "Rainbow Warrior II" nicht nur für Kampagnen der Umweltschützer zum Einsatz, sondern dient gelegentlich auch als Transportmittel für Hilfsgüter. So u.a. beim Tsunami in Südostasien. Obwohl sich das Verhältnis der Umweltschützer zu Unternehmen und öffentlichen Stellen im Laufe der Jahre mancherorts gewandelt hat und inzwischen bereits gemeinsame Übungen zwischen Greenpeace-Verantwortlichen und Spezialeinsatzkräften der deutschen Polizei bekannt geworden sind, tritt die Rainbow Warrior III insgesamt ein Schweres Erbe an.

Beim absehbaren globalen Konflikt um Rohstoffe und Wohlstand in einer sich verändernden Welt, sind die Umweltschutzprobleme der Zukunft bereits vorprogrammiert. Ein Bewusstsein für zivile Konfliktbewältigung oder für Umweltschutz ist häufig noch gar nicht ausgeprägt. Die "Rainbow Warrior III" von der Fassmer Werft aus Berne in der Wesermarsch wird darauf aufmerksam machen. Auch bei rauem Gegenwind.

(Redaktion)


 


 

Rainbow Warrior III
Schiff
Umweltschützer
Einsatz
Masten
Crew
Geheimdienst
Umweltschutzorganisation
Stapel
Greenpeace

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Rainbow Warrior III" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: