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Rastede

8. Genossenschaftstag Weser-Ems: Genossenschaften beschreiten neue innovative Wege im sozialen Bereich

Welche Lösungen kann es für das soziale Zusammenleben insbesondere vor dem Hintergrund der sich verändernden gesellschaftlichen Strukturen geben? Dies war die Kernfrage auf dem 8. Genossenschaftstag Weser-Ems am 2. Mai im Akademiehotel Rastede. Prominente Gastrednerin war Cornelia Rundt, Ministerin des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

Besonders die Bereiche der Nahversorgung, der sozialen und kulturellen Einbindung sowie das Angebot von sozialen Dienstleistungen sind mit immer neuen Herausforderungen für die Gesellschaft verbunden. Weitere Aspekte sind gemeinschaftliche Wohnformen für Jung und Alt, eine gute verlässliche medizinische Versorgung und ein attraktives kulturelles Angebot sowie Bildungsangebote.

Genossenschaft = Lösung für große Herausforderungen

„Um diese für viele Kommunen wirklich großen Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen zu meistern, müssen sich alle Beteiligten engagieren. Die aus meiner Sicht einzige Lösung liegt im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern, den Kommunen, Vereinen und Unternehmen. Für das gemeinsame bürgerschaftliche Engagement bietet die Genossenschaft den idealen Rechtsrahmen“, so Verbandsdirektor Georg Litmathe vom gastgebenden Genossenschaftsverband Weser-Ems.

Dies bestätigte auch Ministerin Cornelia Rundt: „Genossenschaften haben Tradition und Zukunft. Und sie leisten gute Dienste, wenn die funktionierende soziale Infrastruktur an manchen Stellen langsam wegbricht“.

Gemeinschaftliche Tragen des unternehmerischen Risikos

Die Menschen legen Wert auf Nachhaltigkeit, auf Stabilität, auf Insolvenzsicherheit und natürlich auf das gemeinschaftliche Tragen des unternehmerischen Risikos. Gerade im ländlichen Bereich können Genossenschaften zum Beispiel die Daseinsvorsorge von und für Probleme im Rahmen des demografischen Wandels leisten. Dafür gebe es eine ganze Reihe guter Beispiele, so die Ministerin, angefangen bei der örtlichen Nahversorgung, beim Betrieb von Dorfläden, Sozialkaufhäusern, Dorfgemeinschaftshäusern und Sportstätten, von Seniorenwohnheimen über Kulturscheunen bis hin zu Dorfkneipen. Die Landesregierung habe sich daher zum Ziel gesetzt, das Genossenschaftswesen und seine weitere Entwicklung, insbesondere die Sozialgenossenschaften, zu stärken. „Wir werden in Zusammenarbeit mit den Ressorts, den Genossenschaftsverbänden, der NBank und weiteren Beteiligten Informationen über Fördermöglichkeiten für Sozialgenossenschaften erarbeiten und bekannt machen“, so die Ministerin abschließend.

„Uns ist wichtig, lösungsorientiert genossenschaftliche Modelle vorzustellen, mit denen vor Ort neue Wege im bürgerlichen Engagement mit einer sozialen Zielsetzung dauerhaft beschritten werden können", führte der die Tagung moderierende Abteilungsleiter Harald Lesch zu dem Engagement des Verbandes aus. „Es gibt eine Vielzahl von Ansatzpunkten, wie Genossenschaften die Entwicklung in der Gesellschaft positiv begleiten und nachhaltig unterstützen“. Auf ein großes Interesse bei den Gästen, zu denen zahlreiche Vertreter von Kommunen, Landkreisen und Wirtschaftskammern sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger zählten, stießen somit auch die sich anschließenden Unternehmenspräsentationen der Willkommen in Sögel eG, der HunteWoGen eG aus Oldenburg, der Dorfgemeinschaftshaus Neustadt eG sowie der Georgsmarienhütter Bildungsgenossenschaft eG.

Willkommen in Sögel eG

Die am 9. September 2015 gegründete Genossenschaft in Sögel baut und vermietet Wohnungen, vorrangig für Personen mit dringendem Wohnungsbedarf, vor allem für sozial Benachteiligte wie Asylbewerber und Flüchtlinge. Des Weiteren organisiert die Genossenschaft viele Dienstleistungen für Neuankömmlinge im Rahmen einer ausgewogenen Willkommenskultur.

HunteWoGen eG

Die Wohngenossenschaft HunteWoGen eG wurde von langjährigen Bewohnerinnen und Bewohnern der ehemaligen Arbeitersiedlung Breslauerstraße in Oldenburg-Osternburg gegründet. Ihr Ziel ist es, die denkmalgeschützte Siedlung in ihrer Originalität zu erhalten und dabei sozial vertretbaren Wohnraum für ihre Bewohner langfristig zu sichern und gemeinschaftlich zu verwalten.

Dorfgemeinschaftshaus Neustadt eG

Am 29. Mai 2012 gründete sich diese Genossenschaft, um die örtliche Gaststätte in Neustadt/Ovelgönne nachhaltig zu führen. Der bestehende Gasthof wurde aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen und die Neustädter waren sich einig: Ein Dorfgemeinschaftshaus muss her!

Georgsmarienhütter Bildungsgenossenschaft eG

Das Ziel dieser am 18. März dieses Jahres gegründeten Genossenschaft ist die Förderung der Erziehung, der Berufsbildung und der lebenslangen Bildung in Georgsmarienhütte. Hierbei sollen bestehende Angebote vernetzt, neue Angebote initiiert oder gemeinsame Projekte mit Bildungsträgern vor Ort in´s Leben gerufen werden.

(Redaktion)


 


 

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