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Branche für 2012 optimistisch

Deutsche Reeder sehen Preisdruck trotz wachsenden Markts

Mit einem jährlichen Beitrag von mindestens 30 Millionen Euro werden sich die deutschen Reeder künftig am Maritimen Bündnis für Ausbildung und Beschäftigung beteiligen. Hinzu kommen noch einmal etwa 60 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt, die für das Bündnis zur Verfügung stehen, wie der Präsident des Verbandes Deutscher Reeder (VDR), Michael Behrendt, am Freitag in Hamburg sagte. Der Beitrag der Reeder werde regelmäßig beim Umflaggen auf die Flagge einer anderen Nation als der deutschen erhoben.



Von Götz Nawroth

Er freue sich, dass das Maritime Bündnis fortbestehen könne, nachdem die Bundesregierung ihren Beitragsanteil für 2012 kräftig aufgestockt habe. Dies sei wichtig, damit die deutschen Reeder wettbewerbsfähig blieben und ihre hohe Ausbildungsquote von neun Prozent halten können, sagte Behrendt. Der weitaus größte Teil der Bundesmittel fließt derzeit in die Senkung der Lohnnebenkosten der Reeder. Zwischenzeitlich hatte die Regierung die Mittel drastisch reduziert.

"Ruinöser Preiskampf" trotz wachsenden Markts in 2011

2011 sind die Frachtraten laut Behrendt hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Grund dafür sei ein harter Preiskampf vor allem in der Containerbranche. Einzelne Marktteilnehmer hätten ohne Not ihre Preise auf ein "ruinöses Niveau" gesenkt, sagte der VDR-Präsident. Dazu bestehe kein Anlass. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der Seeverkehr im kommenden Jahr weiter zunehmen werde. "Unser Markt wächst derzeit mit bis zu sieben Prozent pro Jahr", sagte Behrendt weiter. Kaum eine andere Branche lege derart schnell zu. Neun Zehntel aller weltweit beförderten Güter würden auf dem Seeweg transportiert.

Für die Reeder werde es allerdings schwerer, sich Kredite bei Banken zu sichern. In der Finanzkrise seien die meisten Institute zögerlicher als noch vor fünf Jahren. Außerdem machten den Reedern die gestiegenen Treibstoffkosten zu schaffen. "An Nord- und Ostsee sind die Dieselpreise um fast 50 Prozent gestiegen", sagte Behrendt.

VDR fordert private Sicherheitsteams an Bord

Eine weitere Sorge der Reeder ist nach wie vor ein wirksamerer Schutz vor Piraterie. "Wir danken der Bundesregierung für den Einsatz ihrer Soldaten", betonte Behrendt mit Blick auf die Anti-Piraterie-Mission Atalanta der Europäischen Union. Das zu schützende Seegebiet sei allerdings zu groß, um die Sicherheit allein mit Kriegsschiffen zu gewährleisten.

Daher müsse die Bundesregierung unverzüglich die Zertifizierung von privaten Sicherheitsteams beschließen, die in anderen Ländern bereits üblich sei. Nur bewaffnete Kräfte an Bord könnten einen wirksamen Schutz bieten. Die staatliche Zertifizierung sei notwendig, weil der Schutz der Schiffe eine hoheitliche Aufgabe sei. "Wir hoffen auf einen solchen Beschluss noch vor Weihnachten", sagte ein VDR-Sprecher. Es gehe um den Schutz von Menschenleben. Derzeit befinde sich kein deutsches Schiff in der Gewalt von Piraten.

(dapd )


 


 

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