Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Business-News
Weitere Artikel
Verband Deutscher Reeder

Reeder blicken trotz Krise zuversichtlich in die Zukunft

„Das Jahr 2008 ist für die Schifffahrt ein Jahr des Wandels, aber nicht der Wende. Wir sehen trotz aller Schwierigkeiten, die vor uns liegen, mittel- bis langfristig zuversichtlich in die Zukunft. Die Schifffahrt ist in den letzten Jahren besonders von dem getragen worden, was wir Globalisierung nennen. Der Welthandel ist in den vergangenen Jahren immer stärker gewachsen als die Weltwirtschaft und der für unseren Standort so wichtige Containerverkehr wiederum schneller als der Welthandel. Daran wird sich grundsätzlich auch in Zukunft nichts ändern“, betonte Michael Behrendt, Vorsitzender des Verbands Deutscher Reeder (VDR), anlässlich der Jahrespressekonferenz in Hamburg.

Die Finanzmarktkrise hat auch die Schifffahrt erreicht. Weltwirtschaft und Welthandel wachsen nicht mehr in dem Umfang wie in den letzten Jahren. Das hat Auswirkungen auf die Schifffahrtsmärkte. Viele Fracht- und Chartermärkte sind unter Druck.  Die Containerschifffahrt ist eine sich besonders dynamisch entwickelnde Industrie mit einem Wachstum von über 10% im Durchschnitt der Jahre seit 2002. 2008 werden es voraussichtlich ca. 7% sein. Die Linienschifffahrtsunternehmen mussten teilweise erhebliche Rateneinbußen hinnehmen, obwohl ihre Schiffe häufig gut auslastet blieben.

Einige Prognoseinstitute gehen heute davon aus, dass es bereits im 3. Quartal 2009 wieder bergauf gehen könnte. Mittel- bis langfristig gibt es jedoch keinen Zweifel an einer weiteren positiven Entwicklung. Erheblich eingebrochen sind im Laufe des Jahres die Zeitchartermärkte. Einbußen bis zu 30% und mehr, vor allem bei Schiffen mit mittlerer und kleinerer Kapazität, waren die Folge einer geringeren Nachfrage. Neben der gesamtwirtschaftlichen Lage haben 2008 auch die stark steigenden Kosten vor allem für Betriebsstoffe und Personal die Ergebnisse der Reedereien beeinflusst. Bei den Personalkosten ist es die Knappheit, bei den Betriebsstoffen sind es die zeitweilig massiv gestiegenen Rohölpreise. 

Die Entwicklung der Seeschifffahrt in den nächsten Jahren hängt maßgeblich von den neu in den Markt kommenden Einheiten ab. Der Weltauftragsbestand beträgt zurzeit knapp 10.000 Handelsschiffe. Davon sind knapp 1.400 Containerschiffe. Ca. 1.300 Schiffe erwarten deutsche Besteller. Darunter sind 523 Containerschiffe. Die deutsche Handelsflotte, die heute aus ca. 3.350 Schiffen besteht und im Durchschnitt der letzten Jahre um 16% pro Jahr zugenommen hat,  wird deshalb in den nächsten Jahren weiter wachsen. 

Probleme bereitet der internationalen Handelsflotte seit rund einem Jahr die zunehmende Piraterie vor dem Horn von Afrika. Über 30 Besatzungen sind mit ihren Schiffen in diesem Jahr schon entführt worden. Darunter waren auch drei deutsche Schiffe. Der VDR hat die Bundesregierung und den Deutschen Bundestag angesichts der unhaltbaren Zustände gebeten, der Deutschen Marine ein Mandat zu erteilen, zusammen mit Marinestreitkräften anderer Staaten energisch gegen die Piraterie vorzugehen.

Quelle: Verband Deutscher Reeder

(Redaktion)


 


 

Piraterie
Verband Deutscher Reeder
Schiffahrt
Handelsflotte
Seefahrt
Container
Frachtschiff
Rohölpre

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Piraterie" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: