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Interview mit Krimi-Autor Reinhold Friedl

Unsere neue Serie "business-on.de fragt nach", leiten wir mit einem Interview mit Hochschullehrer und Krimi-Autor Reinhold Friedl ein, der gerade erst seinen neuen Elbe-Weser-Krimi "Die große Hochzeit" im Oldenburger Schardt Verlag veröffentlicht hat.

business-on.de: Herr Friedl, worum geht es in Ihrem neusten Krimi?

Reinhold Friedl: Es geht zunächst um einen Mord an einer Spielerbraut im ländlichen Fussballermilieu. Bald wird aber klar, dass der internationale Terrorismus eine zentrale Rolle spielt, der sich die norddeutsche Provinz für seine Aktionen ausgesucht hat. Dazu liefert auch der Bundeswehreinsatz in Afghanistan Hintergründe und Motive. Der Al Qaida-nahe islamistische Terrorismus plant und organisiert Anschläge, vor denen die deutschen Sicherheitsbehörden ständig warnen. In meinem Buch stellt sich die Frage, wie ernst Hinweise genommen werden, die ein Reitturnier und eine Schiffspassage von der Nordsee nach Hamburg als Ziele terroristischer Anschläge voraussagen. Es kommen aber auch lebensnahe Geschichten und Personen aus dem Elbe-Weser-Dreieck, Oldenburg und der norddeutschen Provinz vor, die teilweise mit einem humorvollen Augenzwinkern geschildert werden. Ermittelt wird von dem Lokalreporter des fiktiven Oste-Kurier, Amandus Abendroth. Das journalistische Trüffelschwein hat immer noch den Traum von der ganz großen Story. Und die spürt er in diesem Thriller auch auf.

business-on.de: Laut Handlung gehen in Oldenburg eine Bombe hoch. Was hat sie zu dem Thema inspiriert?

Reinhold Friedl: Inspiriert hat mich zu diesem Krimi ein Zeitungsartikel, in dem ausgeführt wurde, dass sich Al Qaida neuerdings neben symbolträchtigen Zielen auch solche auswählt, die möglichst großen wirtschaftlichen Schaden anrichten. Es wurde dort auf etwa zwanzig potentielle Ziele weltweit verwiesen, unter anderem Singapur, aber auch die Elbe zwischen Cuxhaven und Hamburg wurde genannt. Wenn man diesen Weltschifffahrtsweg nachhaltig blockiert und lahmlegt, beläuft sich das ganz schnell auf Schäden in Milliardenhöhe.

business-on.de: Wie lange schreiben Sie schon Krimis und wie sind sie zum Schriftsteller geworden?

Reinhold Friedl: Meine erste phantastische Abenteuergeschichte habe ich im Alter von zwölf Jahren geschrieben. Sie wurde auf der Kinder- und Jugendseite der "Harburger Anzeigen und Nachrichten" veröffentlicht. In reiferen Jahren erschien dann sozusagen als literarisches Debüt meine Kurzgeschichte "Ein landesüblicher Handel" 1985 in der Süddeutschen Zeitung. Auch dieser Handel trug schon kriminelle Züge.

business-on.de: Sie sind ungewöhnlicher Weise Hochschullehrer, der sich in der Entwicklungshilfe engagiert, das Büro Norddeutschland der UNO-Flüchtlingshilfe leitet und Krimis schreibt. das ist recht ungewöhnlich. Wie würden Sie sich selbst beschreiben und was denken ihre Kollegen darüber?

Reinhold Friedl: Darauf kann ich nur antworten, wie es schon in Ihrer Frage impliziert ist: Ich bin eben Hochschullehrer, der sich in der Entwicklungshilfe engagiert, das Regionalbüro Norddeutschland der UNO-Flüchtlingshilfe leitet und Krimis schreibt. Dabei fließen aber auch immer Themen aus meiner Lehr- und UNO-Tätigkeit in die Krimis ein, wie internationale Politik, Diplomatie sowie Flüchtlings- und Migrationsfragen. Natürlich auch in den Politroman "Genfer Schlendertage", da ich für das UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) und die UNESCO überwiegend in Genf tätig war, aber auch in Paris und in Afrika. Von meinen Kollegen habe ich bisher nur positive Rückmeldungen erhalten. Ob sie mir das allerdings nur aus Freundlichkeit und Höflichkeit sagten, mögen andere beurteilen. Allerdings wünschte sich ein Professor der Uni Oldenburg immer, dass mal ein Hochschullehrer eben dieser Uni der Mörder sein solle. Damit konnte ich bisher leider noch nicht dienen, weil es nicht zum Plot passte. Die Kollegen von der UNO-Flüchtlingshilfe freuen sich über Benefizlesungen. 

business-on.de: Und was sagen Ihre Studenten?

Einige sagten mir, dass sie die Bücher schon zu Geburtstagen und Weihnachten verschenkt haben. Natürlich kann es auch andere Meinungen geben, die ich aber nicht erfahren habe, weil sie ja in erster Linie Scheine und gute Zensuren bekommen möchten. Obwohl ich da keinen Zusammenhang konstruieren möchte.

business-on.de: Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?

Reinhold Friedl: Aus gutem Grund wäre mein erster Wunsch Gesundheit. Zweitens: Keine Kriege und keine Flüchtlinge mehr auf dieser Welt. Drittens: Glück und ein zufriedenes Leben für alle Menschen, mich eingeschlossen. Übeltäter und schlimme Taten nur noch in Krimis.

business-on.de: Wir danken Ihnen für dieses Interview.

Die nächsten drei Lesungen von Reinhold Friedl finden am Donnerstag, 12. August 2010, um 20:00 Uhr im Lokal "Dreieck" im Oldenburger Ziegelhofviertel (Röwekamp 23).; am Sonnabend, 21. August, 19:00 Uhr, auf dem Ostedampfer und Krimischiff "Mocambo" und auf am Freitag, 10. September 2010, um 20:00 Uhr auf dem Krimifestival "Criminale" des "Syndikats", in der Kreispolizeibehörde Euskirchen (NRW) statt.

(Redaktion)


 


 

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