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Zu hoher Nebenverdienst kann Rente mindern

Rentner können neben ihrer Rente noch andere Einnahmen erzielen, ohne eine Rentenkürzung befürchten zu müssen – allerdings nur, wenn sie sich an bestimmte Regeln halten. Welche Grenzen einzuhalten sind, richtet sich nach der Art der Rente. Besonders gut aufpassen müssen dabei Rentner, die zwei Renten (z.B. eine eigene Altersrente und eine Witwenrente) erhalten. Darauf weist die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Oldenburg-Bremen hin.

Bei Erwerbsminderungs Rente n kommt es darauf an, ob Anspruch auf Rente wegen voller oder nur wegen teilweiser Erwerbsminderung besteht. Neben einer vollen Erwerbsminderungsrente darf im Monat bis zu 400 Euro verdient werden, und zweimal im Jahr ist sogar ein Verdienst von bis zu 800 Euro möglich, ohne dass es zu einer Rentenkürzung kommt. Wird mehr verdient, besteht je nach Höhe des Verdienstes nur noch Anspruch auf drei Viertel, die Hälfte oder ein Viertel der Rente, oder die Rente wird gar nicht gezahlt.

Bei einer Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung sind die Hinzuverdienstgrenzen höher. Sie werden individuell berechnet und im Rentenbescheid mitgeteilt. Je nach Höhe des Verdienstes kann diese Rente voll, zur Hälfte oder gar nicht gezahlt werden. Anders als bei der vollen Erwerbsminderungsrente werden hierbei nicht nur Arbeitsentgelt und Arbeitseinkommen aus selbstständiger Tätigkeit, sondern auch Sozialleistungen, wie. z. B. Arbeitslosengeld (zur Definition Arbeitslosengeld), berücksichtigt.

Bei Altersrenten dürfen alle über 65-jährigen Rentner unbegrenzt hinzuverdienen, ohne ihren Rentenanspruch zu gefährden. Alle Altersrentner unter 65 Jahren sind hingegen in ihren Hinzuverdienstmöglichkeiten eingeschränkt. Wie hoch der Verdienst sein darf, richtet sich danach, ob eine Altersvollrente oder eine Teilrente bezogen wird. Bei Altersvollrente gilt wie bei Rente wegen voller Erwerbsminderung eine einheitliche Hinzuverdienstgrenze von bis zu 400 Euro monatlich, wobei zweimal im Jahr ein Verdienst von bis zu 800 Euro monatlich möglich ist.

Bei einer Altersteilrente ist der Spielraum für den Hinzuverdienst größer. Hier werden die Hinzuverdienstgrenzen individuell berechnet und im Rentenbescheid mitgeteilt. Je nachdem, ob eine 2/3-Teilrente, eine 1/2-Teilrente oder eine 1/3-Teilrente bezogen wird, steigt die Hinzuverdienstmöglichkeit. Auch bei einer Teilrente ist es möglich, die Hinzuverdienstgrenze zweimal jährlich bis zum Doppelten zu überschreiten.

Bei Witwen- und Witwerrenten sowie bei Waisenrenten, die nach der Volljährigkeit bezogen werden, gelten für die Anrechnung weiterer Einkünfte andere Regeln: Nicht nur Einnahmen aus Erwerbstätigkeit, sondern auch sogenanntes Erwerbsersatzeinkommen wie Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung oder Unfallversicherung, Arbeitslosengeld, Krankengeld u. v. m. werden berücksichtigt. Dabei ermittelt die Rentenversicherung aus dem Bruttoeinkommen durch Abzug von Pauschalwerten, die sich nach der Art des Einkommens richten, ein Nettoeinkommen . Bis zu einem Freibetrag von 718,08 Euro bei Witwen- oder Witwerrenten und 478,72 Euro bei Waisenrenten bleibt das Einkommen unberücksichtigt. Für jedes waisenrentenberechtigte Kind erhöht sich der Freibetrag um 152,32 Euro. Übersteigt das Einkommen den Freibetrag, wird vom den Freibetrag übersteigenden Nettoeinkommen 40 Prozent auf die Rente angerechnet.

Wird eine eigene Rente und eine Witwen- oder Witwerrente bezogen und daneben ein 400-Euro-Job ausgeübt, ist das für die eigene Rente kein Problem – aber bei der Witwen- oder Witwerrente kommt es ggf. zur Kürzung, denn hier werden die Einnahmen aus der eigenen Rente und aus dem Minijob zusammengerechnet. Übersteigen die Gesamteinkünfte den Freibetrag von zurzeit 718,08 Euro netto, wird die Witwen- oder Witwerrente gekürzt.
Für alle Rentner gilt die Empfehlung, sich vor der Aufnahme einer Beschäftigung beim Rentenversicherer zu erkundigen, ob ihre Rente sich hierdurch mindert. Nur so lassen sich unliebsame Überraschungen wie eine rückwirkende Rentenminderung und Rückforderung vermeiden.

Fragen werden auch von den Mitarbeitern des Servicetelefons unter der kostenlosen Telefonummer 0800/1000-4800 beantwortet.

(Redaktion)


 


 

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2 Kommentare

von EBR
02.08.10 18:05 Uhr
Nebenverdienst für Menschen mit Erwerbsminderungsrente?

Das Problem dürfte gerade bei schwerbehinderten chronisch Kranken weniger die Begrenzung der Nebeneinkünfte sein, sondern die Frage, wie bekomme ich die Erwerbsminderungsrente, wenn ich nicht mehr arbeitsfähig bin!
Denn wer arbeitsfähig ist und wer nicht, bestimmt letztlich die DRV Bund, und da fallen leider allzuviele schwerbehinderte chronisch Kranke durch das Raster!
Die Begutachtung erolgt nämlich durch von der Rentenversicherung dafür überaus gut bezahlte Gutachter.....
Leider darf man auch nicht glauben, dass die Sozialgerichte immer ihrem Namen ´Sozial` alle Ehre machen, das Gegenteil ist leider oftmals der Fall!
Ein besonders krasses Beispiel ist das der schwerbehinderten chronisch kranken Erika R.(Name geändert), die drei Kinder großgezogen und seit ihrem 15. Lebensjahr gearbeitet hat, jetzt aber als ´unnütz` ohne einen Cent im Regen stehen gelassen wird!
Wenn Sie der Fall interessiert, schauen Sie unter
www.zwergdavid-riesegoliath.jimdo.com

von Emma
01.06.13 18:46 Uhr
Zuverdienst, Brutto oder netto ?

400,- Euro Zuverdienst als Rentner unter 65 ist das brutto oder netto ?

 

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