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Vogelgrippe

Risikofaktor Gallische Dörfer

Am 12. Januar teilte das Veterinäramt der Stadt Oldenburg in einer Pressemitteilung mit, dass mit sofortiger Wirkung im Stadtgebiet kein Geflügel mehr außerhalb geschlossener Ställe oder Schutzvorrichtungen gehalten werden darf. Der genaue Grund für diese neue Vorsichtsmaßnahme war unklar. Doch nach Recherchen von Business On zeichnet sich ab: einzelne Geflügelhalter machen den Behörden derzeit ganz schön zu schaffen.

Schon seit Anfang Dezember grassiert im Landkreis Cloppenburg die Vogelgrippe. Rund 470.000 Puten und Enten kostete sie im Rahmen der vorbeugend durchgeführten Nottötungen bereits das Leben. Während derzeit alle größeren Geflügelbetriebe um ihre Tierbestände und erhebliche finanzielle Einbußen durch Massentötungen und Leerstände bangen, ist das Thema Vogelgrippe derzeit noch längst nicht überall so präsent. Zu Einzelnen ist das schon Mitte Dezember vom Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium erlassene Freiland-Verbot für Geflügel offenbar bis heute noch nicht durchgedrungen.

Gallische Dörfer in Weser-Ems

Wie Business On aus informierten Kreisen erfuhr, ist der von der Vogelgrippe besonders betroffene Landkreis Cloppenburg derzeit für einige Geflügelhalter gedanklich noch sehr weit weg. Nicht bedacht wird oft, dass die Vogelgrippe des Typs H5N3 womöglich durch infizierte Wildvögel ihren Weg in den Landkreis gefunden hat. Und selbstverständlich machen die nicht an Kreis- oder Stadtgrenzen oder gar vor den eigenen hobbyweise gehaltenen Vögeln Halt. Insofern sind in der Region Weser-Ems abseits der von den Behörden kontrollierten größeren Geflügelbetriebe einzelne Gallische Dörfer entstanden, die man nun einzudämmen versucht.

Da es im Oldenburger Stadtgebiet so gut wie keine größeren Geflügelbetriebe gibt, betrifft das vor allem Hobby-Geflügelhalter. Und zwar auch jene, die sich unter Umständen vor Jahren eine Legehenne für das tägliche Frühstücksei zugelegt haben. Gerade diesen Typus Geflügelhalter zu erreichen, stellt die Behörden aber überall in Niedersachsen derzeit vor besondere Probleme. Nicht jeder hat sein Federvieh behördlich angemeldet, nicht jedem ist es überhaupt bekannt, dass er das muss. Viele hätten wahrscheinlich auch nie damit gerechnet, dass ihr Federvieh einmal von Seuchenschutzmaßnahmen betroffen sein könnte. Doch die Vogelgrippe macht nun mal nicht vor Hobby-Betrieben, geschweige denn vor Gallischen Dörfern Halt. Diese Geflügelhalter sind genauso betroffen, wie alle anderen Betriebe.

Landwirtschaftskammer weist auf die Geflügelpest-Verordnung hin

Deshalb weist die Landwirtschaftskammer Niedersachsen ausdrücklich darauf hin, dass unter die Geflügelpest-Verordnung alle in Gefangenschaft gehaltenen Tiere, auch Kleinstbestände, fallen. Silke Schierhold von der Landwirtschaftskammer erklärt, dass diese dem örtlichen Veterinäramt gemeldet werden müssen. Dies gelte auch für 2 Tiere. Jeder der Geflügel hält, in Freiheit oder im Stall müsse dieses anmelden und ein Register führen, in dem aufgeführt sei, wer wann Zugang zum Stall gehabt habe. Dies gelte für alle Besucher, Tierverkäufe oder Futterlieferanten. Ferner sei sicher zu stellen, dass keine Wildvögel Zugang zum Stallinnenraum oder zu Futter-und Tränkemöglichkeiten hätten. Das gleiche gelte für alle Gegenstände oder Einstreumaterialien mit denen das Geflügel in Verbindung gekommen sei.

Bei den Regelungen der Verordnung gelten Ausnahmeregelungen, die durch das zuständige Veterinäramt erteilt werden. In Oldenburg hat man kürzlich alle diese Ausnahmegenehmigungen mit sofortiger Wirkung widerrufen. Bei der derzeit auftretenden Variante der Vogelgrippe des Typs H5N3 besteht nach Behördenangaben keine Gefahr für Menschen.

(Redaktion)


 


 

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1 Kommentar

von isi
15.01.09 19:44 Uhr
Information über Vogelgrippe

Sehr informativ!

Also rein mit den Vögeln! Sonst kommt die Keule!

 

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