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Strukturwandel in Griechenland nicht von "heute auf morgen"

Der von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler einberufene Investitions-Gipfel zur Ankurbelung der Wirtschaft in Griechenland ist ohne konkrete Beschlüsse geblieben. Der FDP-Vorsitzende wertete das Treffen mit 20 Fachverbänden der deutschen Unternehmen dennoch als "einen großen gemeinsamen Schritt".

Von Katja Heins

Deutschland will Griechenland demnach vor allem beim Bürokratieabbau und Problemen bei der Finanzierung von Investitionen helfen. Ein solcher Strukturwandel passiere allerdings nicht "von heute auf morgen", sagte Rösler. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) bezeichnete die Initiative als sinnvoll.

"Es ging nicht um die Menge der Investitionen, sondern um die Frage, was man verbessern kann", sagte Rösler am Mittwoch nach dem Treffen in Berlin. Deutschland mache Angebote, und er habe das Gefühl, dass diese sehr gerne angenommen würden. Für August kündigte Rösler die Reise einer kleinen Delegation nach Griechenland mit dem Ziel eines Verwaltungsaustauschs an. Zudem werde es branchenspezifische Gespräche geben. "Wirtschaft wird auch über Zwischenmenschliches gemacht", sagte der Minister.

In Griechenland wieder Vertrauen aufbauen

Zur Ankurbelung der Wirtschaft in Griechenland will Rösler jedoch "kein Geld in die Hände nehmen". Vielmehr sei es die Aufgabe der Politik, die Realwirtschaft zu stärken. Dies funktioniere nur durch verbesserte Strukturen. Hilfe brauche Griechenland auch bei der Suche nach Investoren. Zudem könne Deutschland seine Erfahrungen bei der mittelständischen Wirtschaftsstruktur zur Verfügung stellen. Das Thema Korruption sei beim Gipfel ebenfalls ein Thema gewesen.

Der BDI forderte von der Bundesregierung vor allem Unterstützung für höhere Rechtssicherheit und Investitionsschutz. "Im Dialog mit Griechenland muss wieder Vertrauen aufgebaut werden", sagte ein Sprecher. Für zentral hält die deutsche Industrie mehr Transparenz und weniger Bürokratie, um die Investitionsbereitschaft von Unternehmen zu stärken.

Große Potenziale in mehreren Bereichen

Laut Rösler sieht die Wirtschaft die größten Potenziale "in den Bereichen Infrastruktur , Telekommunikation, erneuerbare Energien, Abfallwirtschaft und Gesundheit". Mit einem Entwicklungsland wollte der Wirtschaftsminister das von Schulden geplagte Griechenland nicht vergleichen, er zog jedoch Parallelen zu den Ostblockstaaten nach dem Mauerfall.

"Der Strukturwandel dort hat gezeigt, dass ein Transformationsprozess der Wirtschaft erfolgreich möglich ist", sagte Rösler. Auf Zeitangaben, wie lange dieser dauern wird, wollte er sich nicht festlegen. "Es wäre unseriös, eine Zahl zu nennen. Wir machen uns an die Arbeit", sagte der Minister.

Angesichts der Krise in Griechenland hatte Rösler in den vergangenen Tagen Eckpunkte für eine "Investitions- und Wachstumsoffensive" vorgelegt. Das von Medien als eine Art "Marshallplan für Griechenland" bezeichnete Programm umfasst 16 Punkte.

(dapd )


 


 

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