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19. Niedersächsischer Hafentag

Rösler setzt mit Zukunftsinvestitionen auf die Zeit nach der Krise

Im Beisein von mehr als 450 Gästen aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Medien eröffnete Andreas Bullwinkel, Geschäftsführer der Seaports of Niedersachsen GmbH am vergangenen Freitag den 19. Niedersächsischen Hafentag auf dem neuen Niedersachsenkai des Hafens Brake. Mit von der Partie in der Wesermarsch waren auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Dimitrios Theologitis, der bei der EU-Kommission für die Bereiche Maritime Logistik, Hafenpolitik und Maritime Sicherheit zuständig ist.

Seaports-Geschäftsführer Andreas Bullwinkerl erläuterte in seiner einleitenden Rede, dass die niedersächsischen Hafenbetreiber zuversichtlich dem Ende der momentanen Marktschwäche entgegen sehen könnten. Fortgesetzte Investitionen in Millionenhöhe durch die private Wirtschaft in die Suprastrukur der Häfen seien der Beweis dafür. Seaports of Niedersachsen unterstütze zudem die Hafenwirtschaft aktiv in ihren akquisitorischen Bemühungen durch eine Ausweitung der internationalen Messepräsenzen in die USA sowie nach China und Tschechien. 

Krise: Umschlagszahlen rückläufig

Wehrmutstropfen: Die Umschlagsergebnisse des ersten Halbjahres 2009 in den neun niedersächsischen Seehafenstandorten Brake, Cuxhaven, Emden, Leer, Nordenham, Oldenburg, Papenburg, Stade und Wilhelmshaven sind derzeit rückläufig. Die niedersächsischen Seehäfen haben mit 26.827 Millionen Tonnen ein um 16 Prozent niedrigeres Umschlagsergebnis eingefahren als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. "Die teils überdurchschnittlich hohen Wachstumsraten des ersten Halbjahres 2008 haben die Zahlen allerdings ungünstiger erscheinen lassen, als sie es tatsächlich sind", versuchte Bullwinkel auf dem Hafentag die Rückgänge zu relativieren. 

Bürgermeister lobt Investitionen in Braker Hafen

Der Bürgermeister der Stadt Brake, Roland Schiefke zeigte sich in seiner Begrüßung über das klare Bekenntnis der niedersächsischen Landesregierung zum Standort Brake erfreut. Insbesondere mit Blick auf den erfolgten Ausbau des Niedersachsenkais sowie die bevorstehende Erweiterung um einen zweiten Liegeplatz. Auch freute er sich über die Investitionen des Bundes, der in Brake als Standort des Wasser- und Schifffahrtsamtes Bremerhaven 6 Millionen Euro in technische Ausrüstung investiert.

"Es geht darum, die besten Startchancen für die Zeit nach der Krise zu erlangen." (Niedersachsens Wirtschaftsminister Philipp Rösler)

Rösler: Hafenausbau und Verkehrsanbindung

Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler (FDP) bekannte sich in seiner Festrede wiederum klar zum Ausbau der Hafeninfrastruktur und deren Verkehrsanbindungen durch das Land Niedersachsen. Ein schwieriges Problemfeld, welches seine Wurzeln noch vor Röslers Amtszeit hat. Insbesondere die Anbindung des Jade-Weser-Ports ist derzeit noch immer nicht abgesichert. "Es geht darum, die besten Startchancen für die Zeit nach der Krise zu erlangen", sagte der Minister mit vorsichtigem Optimismus in die Zukunft gerichtet. Bis 2012 werde das Land mehr als 300 Millionen Euro in die Erweiterung seiner Seehäfen investieren. Die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft will Rösler auch in Zukunft fortsetzen. Rösler dankte der EU gleichzeitig ausdrücklich für die erhaltenen Fördergelder - insbesondere im Zusammenhang mit dem Bau des Jade-Weser-Ports hatte Niedersachsen profitieren können. Wegen diesem Punkt gab es zuletzt auch Ärger im Parlament, da einige Parlamentarier monierten, dass das Land gegenüber der Öffentlichkeit nicht immer deutlich herausstelle, von wo das Geld komme, das regelmäßig verteilt werde.

Forderung nach engerer Zusammenarbeit der Häfen

Im Einzelnen ging Rösler in seiner Rede auf die großen Infrastrukturprojekte in den landeseigenen niedersächsischen Seehäfen ein: Nach erfolgter Einweihung des Niedersachsenkais wird im Hafen Brake nun ein weiterer Großschiffsliegeplatz gebaut, vorfinanziert durch ein Darlehen der Salzgitter AG. Dieses Darlehen ermöglicht das Vorziehen des Bauprojekts, welches für die Salzgitter AG von besonderer Bedeutung ist. In Cuxhaven soll außerdem im Anschluss an die bereits eingeweihte Offshore-Basis ein weiteres Hafen- und Gewerbegebiet von etwa 80 Hektar entstehen, um weitere Unternehmen aus der zukunftsträchtigen Windenergie-Branche in Cuxhaven anzusiedeln. In Emden soll Ende des Jahres die Sanierung der Nesserlander Schleuse beginnen. Neue Flächenkapazitäten im Wybelsumer Polder und dem Rysumer Nacken sollen mittel- bis langfristig für Hafenzwecke entwickelt werden, etwa für den Automobilumschlag oder für die Windenergieindustrie. Im Hafen Stade ist zudem der Ausbau des Nordwest-Kais fertig gestellt worden, um hier den Umschlag von Stückgütern auszuweiten.In Wilhelmshaven wird hingegen seit Jahresbeginn am Ausbau der Niedersachsenbrücke gearbeitet. Die Maßnahme erfolgt im Zusammenhang mit dem Bau des Jade-Weser-Ports: durch den Ausbau soll die Umschlagsleistung erheblich erhöht werden. Um künftig Schiffe der Capesize-Klasse abfertigen zu können, wird dort zusätzlich die Liegewanne vertieft.
Rösler verwies außerdem auf das erst kürzlich vorgestellte Hafenkonzept Unterelbe, das sich mit der föderal unabhängigen Zusammenarbeit der Elbehäfen beschäftigt. Bei allem gesunden Wettbewerb forderte er in seiner Rede eine Kooperation der norddeutschen Hafenwirtschaft.

Häfen: Theologitis lobt gemeinsames Marketingkonzept

Dimitrios Theologitis, bei der EU-Kommission verantwortlicher Abteilungsleiter für den Bereich Maritime Logistik und Hafenpolitik sowie Maritime Sicherheit ging in seiner Ansprache auf zwei unterschiedliche Meinungsströmungen innerhalb der EU bezüglich der staatlichen Beihilfen ein. So ginge die eine davon aus, dass die Finanzierung der allgemeinen Hafeninfrastruktur nicht als staatliche Beihilfe gesehen werden kann. Die zweite vorherrschende Meinung sei, dass die Finanzierung jeglicher Art von Infrastruktur in europäischen Häfen Angelegenheit privater Investoren sein sollte. Weiteres Kernthema seiner Rede waren die Umweltleitlinien, die einen Konsens zwischen Ökonomie und Ökologie herstellen sollen. Lobend erwähnte er das gelungene gemeinsame Marketingkonzept für die Häfen, welches in Niedersachsen umgesetzt wird.

(Redaktion)


 


 

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