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Frisches Geld für RWE

Eine der größten Kapitalerhöhungen der vergangenen Jahre

Trotz des schwierigen Marktumfelds hat Deutschlands größter Stromproduzent RWE erfolgreich 80,4 Millionen eigene Aktien am Markt platziert.

Von Erich Reimann

Es sei eine der größten Kapitalerhöhungen eines westeuropäischen Industrieunternehmens in den vergangenen Jahren, betonte RWE am Dienstag. Insgesamt fließen durch die Ausgabe von 52,3 Millionen neuer Aktien und den Verkauf weiterer 28,1 Millionen Aktien aus Eigenbesitz rund 2,1 Milliarden Euro in die Kassen des Energiekonzerns.

Das Unternehmen will sich damit zusätzlichen Spielraum bei der Bewältigung der Energiewende verschaffen. RWE hatte die Umsetzung der Kapitalerhöhung erst am Montagabend bekannt gegeben. Sämtliche angebotenen Aktien seien im Rahmen eines beschleunigten Verfahrens bei institutionellen Anlegern platziert worden, hieß es am Dienstag. Der Bezugspreis war auf 26 Euro festgesetzt worden. Er lag damit um rund 14 Prozent unter dem Schlusskurs vom Montag.

Konzernchef Jürgen Großmann betonte: "Die positive Aufnahme der Kapitalmaßnahmen zeigt das Vertrauen der Märkte und bestätigt die Akzeptanz unserer Strategie". Insgesamt sei der Konzern damit auf gutem Weg, sich neuen Spielraum für künftiges Wachstum zu schaffen.

Der Atomausstieg machte dem Essener Stromanbieter zuletzt schwer zu schaffen. In den ersten neun Monaten dieses Jahres brach das Nettoergebnis des Konzerns um mehr als 46 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro ein. Neben der Energiewende belasteten auch sinkende Strompreise und anhaltende Probleme im Gasgeschäft das Ergebnis. Dabei muss der Konzern zurzeit Milliardeninvestitionen zum Ausbau der konventionellen Kraftwerkskapazitäten und zur Stärkung seiner Position bei den erneuerbaren Energien verkraften.

Anteil der kommunalen Aktionäre sinkt

Die Kapitalerhöhung ist deshalb auch nur eine von vielen Maßnahmen, mit denen der Konzern die aktuellen Schwierigkeiten in den Griff bekommen will. Darüber hinaus will RWE Beteiligungen im Wert von elf Milliarden Euro verkaufen und mit einem Sparprogramm die Kosten reduzieren. Zusammen soll sich dadurch die Zahl der Arbeitsplätze Medienenberichten zufolge sozialverträglich um 8.000 reduzieren.

Insgesamt entsprechen die durch die Kapitalmaßnahmen platzierten Aktien rund 15 Prozent des Grundkapitals. Der Schritt dürfte zu einer weiteren Verwässerung der Anteile der kommunalen Aktionäre bei RWE führen. Denn bei den mehr als 50 Millionen neu ausgegebenen Aktien ist das Bezugsrecht der gegenwärtigen Aktionäre ausgeschlossen. Derzeit halten die Kommunal-Aktionäre noch etwa 20 Prozent der Anteile am Essener Energieriesen.

An der Börse verlor die RWE-Aktie durch die Kapitalerhöhung deutlich an Wert. Mit gut 27 Euro notierte sie am Dienstag um mehr als zehn Prozent unter dem Schlusskurs des Vortages.

(dapd )


 


 

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