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Offshore-Windparks

RWE will größten deutschen Windpark vor Juist errichten

Der Essener Konzern plant den Bau ihres ersten Hochsee-Windparks "Innogy Nordsee 1" vor der deutschen Küste. Rund 1000 Megawatt sollen 40 Kilometer nördlich von Juist entstehen. Die Gesamtinvestition beträgt rund 2,8 Mrd. Euro

Die RWE-Tochter RWE Innogy hat am Freitag die Projektgesellschaft Enova Energieanlagen GmbH, eine Tochter der Enova-Unternehmensgruppe aus dem ostfriesischen Bunderhee erworben. Damit verbunden sind die Rechte am Offshore-Windprojekt "North Sea Windpower 3" (NSWP3). Mit dem Erwerb wird der Windpark in "Innogy Nordsee 1" umgetauft. Nach erfolgter Genehmigung durch die Behörden wird er mit voraussichtlich 960 Megawatt der größte geplante Offshore-Windpark vor der deutschen Küste und soll 40 Kilometer nördlich der Nordseeinsel Juist auf einer Fläche von rund 150 Quadratkilometern entstehen.

RWE Innogy und Enova erwarten Genehmigungen bis Ende 2009

RWE Innogy und Enova erwarten die Genehmigung bis Ende 2009. Mit ersten Vorbereitungen kann nach Unternehmensangaben dann in 2010 begonnen werden. Bereits 2011 sollen die ersten Windturbinen in Betrieb gehen. Ganz fertig gestellt sein soll der Windpark im Jahr 2015 . Dr. Jürgen Großmann, Vorstandsvorsitzender der RWE AG: „Rund 1000 Megawatt Windkraft in Deutschland auf hoher See - das ist das größte Einzelprojekt, das RWE im Bereich der erneuerbaren Energien bisher eingeleitet hat." Der Bau von "Innogy Nordsee 1" ist für RWE laut Unternehmensangaben ein Bekenntnis, die Klimaschutzziele der Bundesregierung und der Europäischen Union mit umzusetzen. Der Windpark wird nach herangezogenen Berechnungen des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung jährlich ca. 2,6 Mio. Tonnen CO2 vermeiden helfen. Zudem trage er dazu bei, die Ziele von RWE im Bereich erneuerbarer Energien zu erreichen. RWE will sich bis 2012 rund 4.500 MW Stromerzeugungskapazität auf Basis erneuerbarer Energien sichern. Insgesamt plant der Konzern, mit diesen Investitionen bis zu 15 Mio. Tonnen CO2 im Jahr zu vermeiden. Kernmarkt ist Europa.

Windpark soll 40 Kilometer vor Juist entstehen

"Innogy Nordsee 1" soll 40 Kilometer nördlich von Juist in einer Wassertiefe von 26 bis 34 Meter entstehen. Der Park ist mit 150 bis zu 180 Windturbinen der 5- bzw. 6- Megawattklasse geplant. Untersuchungen des Standortes deuten darauf hin, dass er voraussichtlich mit bis zu knapp 4.000 Volllaststunden laufen und damit insgesamt über drei Terrawattstunden Strom jährlich liefern kann. Das ist für einen Offshore-Windpark nach Angaben von RWE ein vergleichsweise sehr guter Wert. Diese Menge reiche rechnerisch aus, um mindestens 780.000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Die Verhandlungen über einen Rahmenvertrag mit dem Anlagenbauer REpower über den Kauf von bis zu 250 Windenergieanlagen der 5 bzw. 6 Megawattklasse sind nach Angaben des Konzerns weit fortgeschritten, die Vertragsunterzeichnung erwartet RWE Anfang nächsten Jahres.

Enova aus Bunderhee bleibt mit im Boot

Die Offshore-Projekte von Enova decken alle Bereiche in der Nordsee ab:  2004 errichtete das Unternehmen die erste Nearshore Windenergieanlage Deutschlands komplett von Wasserseite aus. Gemeinsam mit der EWE AG entwickelt und realisiert Enova den Offshore Windpark "Riffgat" in der 12-sm-Zone der Nordsee, ca. 15 km nordwestlich von Borkum. Dort sollen bis zu 44 Windenergieanlagen der Multi-Megawatt-Klasse errichtet werden. Mit der Veräußerung des Projektes "Innogy Nordsee 1" hat Enova sein Ziel erreicht, alle geplanten Offshore-Projekte an externe Partner zu veräußern, die das Potenzial haben, diese zu errichten und zu betreiben. Bei allen Projekten bleibt Enova in die weitere Realisierung eingebunden.

(Redaktion)


 


 

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