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Kommentar von Armin Schmitz

Flucht in Sachwerte: Zur Entwicklung des Silberpreises

In beeindruckenden Sprüngen hat sich der Silberpreis in den vergangenen Tagen der 50-Dollar-Marke genähert. Allein am Ostermontag legte der Unzenpreis um 8% zu und überschritt mit dem Hoch von 49,83 Dollar den bisherigen Rekord des Londoner Fixing von 49,45 Dollar. Dieser stammt noch vom 18. Januar 1980, dem Höhepunkt der Silberspekulation der Brüder Nelson Bunker Hunt und Herbert William Hunt. Nur noch wenige Cent entfernt ist der Preis von dem damaligen Tageshöchstkurs von 50,35 Dollar.

Die Markttechnik beim Silber gilt als überhitzt. Die Auguren rechneten bereits nach dem Sprung über 40 Dollar mit einem Kurseinbruch. Doch das Gegenteil ist eingetreten. Zuletzt war nicht die Frage ob, sondern wann der alte Rekord geknackt wird. Der Markt wollte den Rekordpreis fallen sehen.

Grund für den Anstieg in den vergangenen Tagen war die Nachfrage von den Investoren über Exchange Traded Funds (ETF) oder Exchange Traded Commodities (ETC), bei denen das Anlegerkapital mit physischem Silber hinterlegt wird. Allein von Donnerstag auf Montag wuchs der Silberbestand des weltweit größten Silber-ETF iShares Silver Trust um stolze 240 auf 11390 Tonnen des Edelmetalls. Das entsprach einem Gegenwert von rund 240 Mill. Euro. Ein Teil der Preissteigerungen wird der Schließung riesiger Leerverkaufspositionen in Silber von US-Banken angelastet.

Den Anstieg des Silberpreises um 48% seit dem Jahresanfang nur auf Spekulanten oder gar die Abwertung des Dollar zurückzuführen, ist allerdings zu kurz gedacht. Die Silber-ETF sind vielmehr als ein Indikator für die Käufe von physischem Silber der breiten Bevölkerung zu sehen. Edelmetallhändler und Münzprägeanstalten berichten über eine enorme Nachfrage von Privatpersonen, die Silbermünzen und kleine Silberbarren horten.

Während Gold für die Notenbanken und vermögende Privatinvestoren die erste Wahl ist, gilt Silber für weniger gut betuchte Anleger als preiswerteres Mittel, um sich vor einer befürchteten Entwertung des Bargelds und der Staatsschuldenkrise zu schützen. Die Hausse von Silber und Gold erinnert an die Flucht der Bevölkerung in Sachwerte, vor der der österreichische Ökonom Ludwig von Mises bereits 1949 warnte. Mises ging davon aus, dass eine zu expansive Geldpolitik die Preise für Rohstoffe, verschiedene Handelswaren und Dienstleistungen treibt. Ein Ende dieser Geldpolitik seitens der USA ist derzeit nicht abzusehen. Daher sollte sich auch die Hausse bei den Edelmetallen fortsetzen.

Der Autor schreibt für die in Franlkfurt/Main erscheinende "Börsen-Zeitung".

(ots/Redaktion)


 


 

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