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Schaden geht in die Millionen

Bundesweiter Warnstreik behindert Schiffsverkehr

Ein bundesweiter Arbeitskampf bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) hat den deutschen Schifffsverkehr am Donnerstag erheblich beeinträchtigt. Der Vorgang ist in der Geschichte der Bundesrepublik einmalig, der wirtschaftliche Schaden geht in die Millionen.

Von Markus Huth

Die Gewerkschaft Verdi hatte 5.000 Mitarbeiter der Bundesbehörde zum Warnstreik aufgerufen. Der Großteil sei dem Aufruf gefolgt, sagte ver.di-Sprecherin Antje Schumacher-Bergelin der Nachrichtenagentur dapd.

Hintergrund des Arbeitskampfs sind Reformpläne der Bundesregierung. Das Bundesverkehrsministerium will einen erheblichen Teil der 12.000 Arbeitsplätze bei der WSV abbauen.

2.000 Stellen sollen abgebaut werden

Der Arbeitskampf wirkte sich auf die Schifffahrt in ganz Deutschland aus. Schleusen auf wichtigen Wasserstraßen wie Rhein, Donau oder Mosel blieben dicht. Viele Schiffe mussten warten, Betriebe warteten vergebens auf ihre Waren. Von dem Warnstreik betroffen war auch Norddeutschlands wichtigste Wasserstraße, der Nord-Ostsee-Kanal.

Die WSV verwaltet die Bundeswasserstraßen und regelt den Schiffsverkehr. Dazu gehören den Angaben zufolge 23.000 Quadratkilometer Seewasserstraßen und 7.350 Quadratkilometer Binnenwasserstraßen.

Laut Verdi sind durch die Reformpläne der Bundesregierung zwischen einem Fünftel und einem Drittel der Stellen der Behörde bedroht. Eine Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums sprach von 2.000 Arbeitsplätzen.

Doch die Gewerkschaft vertraut derartigen Zusagen nicht, sondern fordert einen gesonderten Tarifvertrag , in dem das garantiert wird. Sollte die Bundesregierung dem nicht nachkommen, droht die Gewerkschaft, Deutschlands Schiffsverkehr mit langen, bundesweiten Streiks lahmzulegen.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) bezeichnete die Sorge der WSV-Mitarbeiter als "verständlich". Die Reform werde aber "gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umgesetzt, nicht gegen sie", sagte er am Donnerstag. Es werde weder betriebsbedingte Kündigungen noch Versetzungen gegen den Willen der Beschäftigten geben. Er stehe zu einer sozialverträglichen Absicherung der WSV-Reform.

Ramsauer begrüßte es, dass das zuständige Bundesinnenministerium ver.di für Anfang März zu Sondierungsgesprächen eingeladen habe. Das Verkehrsministerium werde diesen Prozess begleiten.

(dapd)


 


 

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