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Lammert bei der 468. Schaffermahlzeit

„Schaffen, schaffen, unnen un boven - mit Tobin-Steuer unnen un boven schaffen!"

Der Präsident des Deutschen Bundestages, Norbert Lammert (CDU), nahm am Freitag als Ehrengast an der 468. Schaffermahlzeit im Bremer Rathaus teil. Er ging in seiner Rede auf das Verhältnis zwischen Politik und Wirtschaft im 21. Jahrhundert ein.

Neben Lammert waren in diesem Jahr auch Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) sowie die Botschafter des Königreichs der Niederlande, von Großbritannien und Nordirland, Kolumbien, Ecuador und Mexiko beim ältesten Brudermahl der Welt zu Gast.

Im Bremer Rathaus konnte man zudem als Gäste den Siemens-Vorstandsvorsitzenden Peter Löscher, BMW-Vorstand Herbert Diess, den CEO der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, Hubert Achermann und Prof. Volker Liebig von der EU-Weltraumagentur ESA begrüßen.

Eine Einladung zur Schaffermahlzeit gilt als besondere Ehre, denn Gäste dürfen nur ein einziges Mal in ihrem Leben an dem Festessen teilnehmen. Eine Ausnahme gilt allerdings für den Hausherrn: der amtierende Bürgermeister und Präsident des Senats darf jedes Jahr mit dabei sein.

300 Gäste, sechs Gänge, zwölf Reden

Um Punkt 14:28 Uhr klopfte Andreas Bunnemann, Verwaltender Vorsteher der Stiftung Haus Seefahrt, dreimal an die Tür zur Oberen Halle. Mit den Worten „Schaffen, schaffen, unnen un boven - unnen un boven schaffen!“ eröffnete Bunnemann anschließend offiziell die Schaffermahlzeit 2012. Insgesamt 300 Gäste strömten daraufhin vom Festsaal in die Obere Rathaushalle, davon je100 Kapitäne, 100 Kaufleute und 100 auswärtige Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Politik.

Von 14:38 Uhr bis 19:30 Uhr nahmen sie danach das seit Jahrhunderten unveränderte Sechs-Gänge-Menü ein: auf Bremer Hühnersuppe folgte Stockfisch, Seefahrtsbier, Braunkohl mit Pinkel und Rauchfleisch und schließlich Kalbsbraten und Rigaer Butt. Das Essen wurde wieder nur für die zwölf Reden der drei Schaffer und des Ehrengastes unterbrochen. Zum Abschluss der Mahlzeit wurde wieder traditionell Tabak aus langen weißen Tonpfeifen geraucht.

Bundestagspräsident: Zeit für grundlegende Neubestimmung

Ehrengast Norbert Lammert forderte in seiner Rede regulierte Finanzmärkte und sprach sich für eine globale Finanztransaktionssteuer aus. Zuletzt hatte Frankreich im Alleingang die Einführung einer sog. Tobin- Steuer angekündigt. Allerdings gibt es auch damit verbundene Herausforderungen, auf die Lammert in seiner Rede einging. Das Vertrauen der Bevölkerung schwinde durch die zahlreichen Krisen immer mehr, so Lammert. Es sei daher an der Zeit, dass Politik, Gesellschaft und Wirtschaft ihr Verhältnis neu bestimmten, forderte der Bundestagspräsident.

Zur Tradition der Schaffermahlzeit gehört es bis heute, dass als Gast weder Bremer Bürger noch Frauen an dem Brudermahl teilnehmen dürfen. Proteste gegen die bremische Traditionsveranstaltung hatte es daher im Vorfeld insbesondere von der Linkspartei und Frauenrechtlerinnen gegeben. Ausnahmen bildeten bislang lediglich im Jahr 2007 Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und im Jahr 2004 die erste Kapitänin zur See, Barbara Massing.

(Redaktion)


 


 

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