Sie sind hier: Startseite Weser-Ems Business-News
Weitere Artikel
Schiefergas

Bedenken gegen Fracking-Gesetz

In der Unionsfraktion gibt es offenbar erhebliche Bedenken gegen das umstrittene Fracking-Gesetz von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU). Wie die Nachrichtenagentur dapd aus Fraktionskreisen erfuhr, ist eine Verschärfung des Vorhabens im Gespräch. Auch eine Petition im Internet richtet sich im Internet gegen die Fracking-Praxis.

Fracking ist ein technisches Verfahren zur Gewinnung von Erdgas aus unterirdischen Gesteinen (Schiefergas). Dabei wird ein Gemisch aus Sand, Wasser und Chemikalien in das Gestein gepresst, um es aufzubrechen und das Gas freizusetzen.

In Deutschland gibt es laut Umweltbundesamt ein Potenzial von 1,3 Billionen Kubikmetern Erdgas in sogenannten unkonventionellen Schichten, vor allem also Schiefer, Granit und Ton. Damit könnte der Erdgasbedarf der nächsten 13 Jahre gedeckt werden. Vor wenigen Tagen hatte sich auch Wintershall für die Ausbeutung der Schiefergas-Vorkommen in Deutschland ausgesprochen (business-on.de berichtete). Bei Bürgerinitiativen - beispielsweise im niedersächsischen Cloppenburg - sind die eingesetzten Chemikalien stark umstritten.

Das Nachrichtenmagazin "Focus" hatte zuletzt von einem Positionspapier berichtet, in dem eine Kritikergruppe, der inzwischen fast 80 Unionsabgeordnete im Bundestag angehören, massive Umwelt-Bedenken gegen die Pläne von Altmaier und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) auflistet.

Initiator Andreas Mattfeldt, in dessen Wahlkreis seit Jahrzehnten Gas gefördert wird, sagte dem Nachrichtenmagazin: "Wir fordern ein Verbot des Einbringens von giftigen, wassergefährdenden Stoffen in die Erde." Die Bedenken der Menschen vor Ort müssten ernst genommen werden. 

Kritiker: Fracking im  Bergrecht nicht vorgesehen

Konkreter als die Ausführungen der Politiker sind Angaben einer laufenden Online-Petition gegen das Fracking  Nach Angaben des Initiators, Thomas Isecke aus dem nordrhein-westfälischen Düren, ist das in die Jahre gekommene deutsche Bergrecht noch gar nicht auf die Fracking-Thematik eingestellt. 

In den Fracking-Fluiden seien u.a. die giftigen Substanzen Benzol, Tuluol und Formaldehyd enthalten. Zuweilen werde Diesel beigemischt. Ein Teil der Flüssigkeit werde mit sog. Lagerstättenwasser und dem gelösten Gas wieder hochgepumpt. Die hochgepumpten Flüssigkeiten enthielten u.a. radioaktive Rückstände und ein großer Teil des Frackfluids verbleibe in der Erde. Die Problematik der radioaktiven Rückstände spielt auch bei der Öl- und Gasförderung eine Rolle (business-on.de berichtete).

Die zutage geförderten Rückstände würden zudem, wenn sie nicht mehr gebracht werden, in Deutschland in der Erde verpresst. Für diesen Vorgang benötigt der Betreiber der Gasförderungsanlage laut der Internet-Petition aufgrund fehlender Regulierung bis heute noch nicht einmal eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Eine UVP sei aber bundesweit für jede größere Solaranlage oder jedes kommerzielle Windrad vorgeschrieben, führt Petitions-Initiator Isecke an. Es sei immer noch unklar, welche Wege das Wasser in diesen Tiefen nehme. Daher könne niemand garantieren, dass die giftigen Chemikalien nicht irgendwann in das Trinkwasser gelangten.

Altmaier habe bereits Entgegenkommen für die Pläne der Kritiker in der Unionsfraktion signalisiert, berichtete der "Focus" weiter. Auch Fraktionschef Volker Kauder (CDU) unterstütze die Initiative.


(dapd, Redaktion)


 


 

Fracking
Gesetz
Nachrichtenagentur
Radioaktiv
Lagerstättenwasser
Unionsfraktion
Bedenken
Thomas Isecke
Bergrecht
Cloppenburg
Fluide
Peter Altmaier
Minister
Philipp Rösler
Umweltversträglichkeitsprüfung
UVP
Schiefergas

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Fracking" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

1 Kommentar

von Don Isi
21.03.13 10:33 Uhr
Fracking

Sehr guter Artikel! Das Potential, die Risiken und der derzeitige Verfahrensstand werden in Kürze beschrieben. Jeder hat nun die Möglichkeit, sich eine Meinung zu dem Thema zu bilden, wobei ich auf die Problematik der freien Zugänglichkeit von Trinkwasser hinweisen möchte. Wenn viele Quellen nicht mehr nutzbar sind, ist das Recht auf Trinkwasser möglicherweise nur sehr aufwändig aufrecht zu erhalten.

 

Entdecken Sie business-on.de: