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Jede fünfte Filiale wird geschlossen

Schlecker-Pleite vernichtet immer mehr Arbeitsplätze

Die Pleite der Drogeriemarktkette Schlecker vernichtet immer mehr Arbeitsplätze in Deutschland. Nach dem Kahlschlag bei Schlecker selbst, wo fast 12.000 Stellen gestrichen werden, sollen nun bei der Schlecker-Tochter Ihr Platz weitere 900 Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer fallen.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Werner Schneider kündigte am Freitag das Aus für 142 der bundesweit 612 Ihr Platz-Märkte an. Sie sollen mangels Rentabilität "zeitnah nach Ostern" für immer ihre Tore schließen. Damit verliert fast jeder sechste Ihr Platz-Beschäftigte seinen Arbeitsplatz. "Sicher ist jeder Arbeitsplatzabbau zu bedauern, aber in diesem Fall leider unvermeidlich", sagte Schneider.

Den verbleibenden Beschäftigten machte der Insolvenzverwalter allerdings Hoffnung für die Zukunft. Ihr Platz sei "ein im Kern gesundes Unternehmen mit guten Lagen und positivem Image". Ihr Platz war von Schlecker mit in die Insolvenz gerissen worden, weil das Unternehmen mit dem Mutterkonzern über Warenbezug und Logistik verbunden ist.

Am Ziel der Sanierung des Unternehmens ließ Schneider keine Zweifel: Man habe unabhängig von Schlecker mehrere international versierte Experten mit der Investorensuche beauftragt. Zwar sei das Unternehmen auch alleine weiter zu betreiben, Ziel sei jedoch idealerweise ein rascher Verkauf an einen im Einzelhandel erfahrenen Investor. Erste Gespräche sollen zeitnah geführt werden.

Beschäftigungsgesellschaft für Schlecker-Mitarbeiter

Für Ihr Platz ist es bereits die zweite Firmenpleite. Es ist erst sieben Jahre her, dass das Unternehmen schon einmal den Gang zum Insolvenzgericht antreten musste. 2005 waren die Probleme allerdings hausgemacht: Fehlentscheidungen im Management, unattraktive Läden und mangelhafter Service hatten das Unternehmen in die Krise geführt.

Nach der Sanierung hatte Schlecker Ende 2007 die 1895 gegründete Osnabrücker Traditionsfirma übernommen und als eine Art Premium-Tochter betrieben. Doch die Krise des Mutterkonzerns wurde nun auch der Tochter zum Verhängnis.

Die von Kündigung betroffen rund 12.000 Schlecker-Mitarbeiter können unterdessen auf eine vorübergehende Anstellung in einer Transfergesellschaft hoffen. Es gebe eine "gewisse Bereitschaft" aller Beteiligten, eine solche Gesellschaft einzurichten, sagte ein Sprecher des Arbeitsministeriums am Freitag in Berlin. Eine Entscheidung soll bis Ende kommender Woche fallen.

Sollte die Auffanggesellschaft gegründet werden, bekämen die von Arbeitslosigkeit bedrohten Schlecker-Beschäftigten, in der Mehrzahl Frauen, ein Jahr lang Transferkurzarbeitergeld. Dessen Höhe liegt bei 67 Prozent des letzen Nettogehalts für Arbeitnehmer mit Kindern und bei 60 Prozent für alle anderen. Auch bei Ihr Platz will sich der Insolvenzverwalter nach eigenen Worten um möglichst sozialverträgliche Lösungen für die Beschäftigten bemühen.

(dapd )


 


 

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