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Verhandlungen laufen weiter

Etwas weniger Schlecker-Frauen verlieren ihren Job

Bei der insolventen Drogeriekette Schlecker werden weniger Filialen geschlossen und Mitarbeiterinnen entlassen als zunächst geplant. Es sei gelungen, "die Zahl der schließenden Filialen um 200 auf 2.200 zu reduzieren", sagte Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger am Sonntag in Kassel nach Verhandlungen von Betriebsrat, Gewerkschaft und Insolvenzverwalter.

Es würden auch weniger Frauen als befürchtet entlassen. Laut Betriebsrat beträgt die Differenz zu den bislang geplanten 11.700 Entlassungen ungefähr 500 Arbeitsplätze.

Der Insolvenzverwalter bestätigte auf Anfrage, dass statt 2.400 Filialen nur noch 2.200 schließen. "Rund 500 Arbeitsplätze können so erhalten bleiben", sagte Betriebsratschefin Christel Hoffmann. Damit sollen im März nun 9.500 Mitarbeiterinnen von Schlecker ihre Arbeitsplätze verlieren. Weiteren 1.700 Angestellten steht der Jobverlust im April durch Schließung von Schlecker-Lägern bevor.

Ver.di forderte in Kassel erneut von Bund und Ländern Hilfe für Transfergesellschaften für arbeitslos werdende Mitarbeiter. "Wir erwarten von der Politik eine Zusage", sagte Nutzenberger. Am (morgigen) Montag ab 13.00 Uhr wollen Vertreter der Länder auf Staatssekretärs- oder Beamtenebene in Berlin in der Landesvertretung von Baden-Württemberg über eine Unterstützung von Tranfergesellschaften beraten. Nach Angaben des Finanzministeriums in Stuttgart ist auch das Bundeswirtschaftsministerium zu dem Treffen geladen.

Kündigungslisten werden noch geschrieben

Den entlassenen Mitarbeitern sollen bis zu 20 Transferunternehmen ein Jahr lang beim Neustart ins Berufsleben helfen, wie eine Sprecherin des Insolvenzverwalters in Kassel sagte. Dort trafen sich auch Vertreter auf Personalschulung spezialisierter Firmen mit Insolvenzverwaltung und Vertretern der Bundesagentur für Arbeit. Die Agentur will demnach Transfer-Kurzarbeitergeld und Qualifizierungsmaßnahmen bezahlen.

Offen ist die Finanzierung von Beiträgen der Transferbeschäftigten zur Sozialversicherung. Der Insolvenzverwalter will dazu einen Kredit der staatlichen Förderbank KfW in Höhe von rund 71 Millionen Euro in Anspruch nehmen. Dafür benötigt er aber einen Bürgen.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) lehnt allerdings eine Bundesbürgschaft für diesen Kredit ab. Einen KfW-Kredit könne man nur ermöglichen, wenn "Baden-Württemberg zusammen mit den anderen betroffenen Ländern die volle Haftung übernimmt", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". Sein Hause ließ verlauten, das sei Auffassung aller berührten Bundesressorts.

Welche 9.500 Mitarbeiter im März konkret der Jobverlust trifft, wollen Insolvenzverwalter und Betriebsrat nun bis Dienstag festlegen. Die vorgeschriebene Auswahl nach sozialen Kriterien erwies sich in Kassel als schwierig, weil Schlecker laut ver.di und Insolvenzverwalter Personallisten nachlässig führte.

Künftig sind bei Schlecker alle Tarifverträge des Einzelhandels gültig. Zudem habe man in einem Sozialtarifvertrag Abfindungen festgelegt, erklärte ver.di. Allerdings stehe deren Höhe noch nicht fest, und man habe "die Auszahlungszeit auf unbestimmte Zeit verschoben", sagte ein Sprecher der Gewerkschaft.

(dapd )


 


 

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