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Kommentar von Jens Dirksen

Rechtschreibung: Schluss mit der Maläse

Die meisten von uns wussten gar nichts von der Maläse, die wie ein schlechter Sketsch anmutet: Da durfte doch tatsächlich jemand von der Maffia aus dem Kabrio steigen und in die Butike gehen, um mit viel Scharm eine Sutane aus Mohär zu kaufen. Umso besser, wenn der Rat für Rechtschreibung nun Schluss machen will mit diesen überflüssigen Wörterbuch-Einträgen nach dem Motto "Schreib wie du sprichst".

Der 38-köpfige Experten-Rat hat übrigens auch festgestellt, dass die Frage, wann man ein "ss" und wann ein "ß" schreiben muss, vom mündigen Schreibbürger in der Regel richtig beantwortet wird. Kein Wunder, möchte man meinen, denn die Regel ist ja halbwegs logisch. Letztlich aber ist der Versuch, mit der Reform mehr Logik und Konsequenz in die Rechtschreibung einzuführen, längst gescheitert. Sprache und ihre Schreibung sind etwas Lebendiges, das sich ständig verändert - und dabei eben nicht den Regeln von Sprachwissenschaftlern folgt. Es hilft alles nichts: Rechtschreibung muss man lernen, in- und auswendig - und im Zweifelsfall im Wörterbuch nachschlagen.

(ots / WAZ)


 


 

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