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Foodwatch kritisiert Schutzatmosphäre-Verpackungen

ie meisten großen Handelsketten verkaufen in ihren Selbstbedienungs-Theken Frischfleisch in "Schutzatmosphäre"-Packungen. Dahinter verbirgt sich oft ein hochgradig mit Sauerstoff angereichertes Gasgemisch. Der Effekt laut der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch: Auch nach Tagen sieht Fleisch außen rosig-frisch aus. Eine Illusion, denn Sauerstoff macht es gleichzeitig innen zäh und ranzig.

Jedes zweite Stück Fleisch kaufen Verbraucher laut einer Foodwatch-Erklärung aus den Selbstbedienungs-Kühltheken von Supermärkten. Hackfleisch und Rinderrouladen, Gulasch und Schweineschnitzel liegen dort geschnitten und portioniert in praktischen Plastikschalen. In genau diesen Plastikschalen entstehe aufgrund eines Gasgemisches eine große Frische-Illusion, kritisiert man bei Foodwatch.

Tagelang behalte das Fleisch so äußerlich eine rosige Farbe, während es innen jedoch schneller altere sowie zäh und ranzig werde. Die Anbieter nähmen diese Qualitätsverschlechterung in Kauf, um die Produkte besser verkaufen zu können.

"Schutzatmosphäre" mit kosmetischer Wirkung

Verpackt unter "Schutzatmosphäre", so heißt es auf vielen Etiketten. Dahinter können sich laut Foodwatch unterschiedliche Gasgemische verbergen, mit denen die luftdicht abgeschlossenen Plastikschalen gefüllt werden. Ein Labortest zeigt nach Angaben der Organisation, dass die großen Ketten Aldi (Nord), Lidl, Marktkauf (Edeka-Gruppe) und Rewe bei allen untersuchten Fleischprodukten auf ein hochgradig sauerstoffhaltiges Gasgemisch einsetzen. Der Vorteil für den Handel sei, dass das harmlose Sauerstoffgemisch mit dem Muskelfarbstoff Myoglobin reagiert und so eine rötliche Farbe erzeugt. Ohne diese Reaktion würde Fleisch natürlich zunehmend gräulich-braun werden. Der kosmetische Effekt ist aber nach Foodwatch-Angaben zur Absatzförderung gewollt: rosig-rotes Fleisch gilt als frischer und lässt sich besser und länger verkaufen.

"Derartig dem Sauerstoff ausgesetztes Fleisch" werde "schlagartig ranzig, entwickelt Altgeschmack, erfährt vielfältig stoffliche Umsetzungen der Lipid- und Proteinfraktion und wird zäh", heißt es in einem Artikel im Branchenblatt "Fleischwirtschaft" (6/2009).Auch eine "massive Erhöhung der gesundheitlich als schädlich bekannten" Cholesterins stellten Wissenschaftler laut Foodwatch fest. "Hinzu kommt, dass keinerlei Notwendigkeit zur Behandlung von Fleisch mit höheren Sauerstoffkonzentrationen besteht, außer einem Vermarktungsvorteil durch Aufrötung erzielen zu wollen", heißt es in einem wissenschaftlichen Gutachten.

(Redaktion)


 


 

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