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Tag des Ausbildungsplatzes

Fachkräftemangel lenkt Augenmerk auf schwache Bewerber

Beim ersten Tag des Ausbildungsplatzes vor 16 Jahren war die Lage ganz anders als heute: Selbst gute Bewerber mussten häufig Klinken putzen, Lehrstellen waren knapp. Im Jahr 2011 hat sich das Verhältnis zwischen offenen Ausbildungsplätzen und Kandidaten verändert.

Von Anna Mertens

Schwierigkeiten bereitet der Bundesagentur für Arbeit (BA) vor allem das Vermitteln schwächerer Bewerber. Deshalb nutzt die Behörde den Tag, um Unternehmen auf die Jugendlichen aufmerksam zu machen, die sonst durchs Raster fallen.

"Ursprünglich gab es zu wenig Plätze für zu viele Bewerber und die Agenturen für Arbeit wollten etwas tun, indem sie die Betriebe direkt adressierten", sagt BA-Sprecherin Ilona Mirtschin. Mittlerweile habe sich die Situation verändert. "Es gibt heute schon Regionen, in denen es mehr Stellen als Bewerber gibt." Beispiele dafür seien vor allem die ostdeutschen Länder. Aber auch in Schleswig-Holstein, Hamburg, Bayern und Baden-Württemberg gebe es mittlerweile einen Überschuss bei Ausbildungsstellen.

"Nach und nach fällt es dem Unternehmen schwerer, ihre Lehrstellen zu besetzen", bekräftigt eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums. Grund dafür sei vor allem die demografische Entwicklung. Langfristig werde es nach BA-Modellrechnungen vor allem weniger Fachkräfte im mittleren Qualifikationsniveau geben.

Schwächere Bewerber sollen mehr Unterstützung erhalten

Deshalb musste sich auch der Tag des Ausbildungsplatzes ändern. "Wir wollen die Betriebe dazu bewegen, bei einem Bewerber zweimal hinzublicken", sagt Mirtschin. Schließlich gebe es zahlreiche bundesweite Förderprogramme, die Unternehmen und leistungsschwächere Jugendliche während der Ausbildungszeit unterstützen.

Die BA biete zum Beispiel in allen Bundesländern Jugendlichen, die sich in der Berufsschule schwertäten, die Möglichkeit, zusätzlichen Stützunterricht zu besuchen, sagt Mirtschin. Auch sozialpädagogische Hilfe werde von der Behörde vermittelt. Damit habe der Betrieb eine Sorge weniger und müsse sich nur noch um den praktischen Teil der Ausbildung kümmern.

Ausbildungsreife soll verbessert werden

Die Arbeitgeberverbände und die Ministerien beteiligen sich ebenfalls an der Förderung von Jugendlichen. Erst im vergangenen Herbst wurde der 2004 von Verbänden und zahlreichen Bundesministerien gegründete Nationale Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland bis 2014 verlängert. Schwächere Bewerber sollen beim Übergang von der Schule zur Ausbildung mehr Hilfe bekommen. So gibt es zum Beispiel sogenannte Berufseinstiegs-Begleiter, die den Jugendlichen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

(dapd )


 


 

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