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  • 27.11.2011, 19:09 Uhr
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Schweizer Capvis "enttäuscht"

Schlechte Manroland-Zahlen haben Investor abgeschreckt

Hohe Restrukturierungskosten bei zugleich schlechten Ergebnissen - diese Kombination hat den Schweizer Investor Capvis nach eigener Darstellung vom Einstieg beim inzwischen insolventen Druckmaschinenhersteller Manroland abgehalten. Man habe seit September über eine Beteiligung verhandelt, teilte das Unternehmen am Wochenende mit.

Aktualisierte Finanzzahlen hätten aber Mitte November deutlich unter, die zu erwartenden Kosten deutlich über den Erwartungen gelegen. "Die unterschiedlichen Vorstellungen der Beteiligten, unter welchen Voraussetzungen das Unternehmen weitergeführt werden kann, veranlassten uns allerdings nach einer sorgfältigen Prüfung, den Plan einer Beteiligung aufzugeben, worüber wir enttäuscht sind", sagte Capvis-Partner Daniel Flaig.

Hoffen und Bangen an den Standorten

Manroland, mit 6.500 Beschäftigten weltweit Nummer drei der Branche, hatte am Freitag Insolvenz angemeldet. Dennoch hofft das Unternehmen mit Werken in Augsburg, Offenbach und Plauen auf einen neuen Investor. Bei der Suche sei es aber unabdingbar, dass die Belegschaft zu Manroland stehe, erklärten Vertreter des Unternehmens, der IG Metall, der Arbeitsagentur und der Stadt Augsburg nach einem Krisentreffen.

Die Beschäftigten in Augsburg wurden deshalb dazu aufgerufen, das Unternehmen trotz der Pleite nicht zu verlassen. Der Betrieb werde im Insolvenzverfahren fortgesetzt und die Auszahlung der Gehälter sei bis Ende Januar gesichert, hieß es. Allein in Augsburg sind 2.400 Jobs bedroht.

Auch am Manroland-Standort Plauen mit seinen 700 Mitarbeitern wurde demonstrativ Zuversicht geübt. In der Insolvenz liege auch eine Chance, sagte Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP). Er habe Signale vom Unternehmen, die Wege zur Gesundung des Standorts aufzeigten.

Allerdings sei die Pleite des Druckmaschinenherstellers ein schwerer Rückschlag für die Region. Das Manroland-Werk sei der größte Arbeitgeber weit und breit gewesen, sagte Oberdorfer. Dieser "strukturbestimmende Betrieb" dürfe der Region nicht verloren gehen. Zuvor hatte bereits Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) Hilfe in Aussicht gestellt. Die Staatsregierung sei offen für Gespräche mit dem Insolvenzverwalter für den Fall, dass man unterstützend eingreifen könne, sagte er dem Radiosender MDR Info.

(dapd )


 


 

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