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Piraterie vor Somalia

Nagel: "Auf Hoher See geht es allein um den Menschenraub“

Bereits am 27. Dezember ist vor der Küste Somalias das von der Reederei Grona Shipping im emsländischen Papenburg betriebene Tankschiff "Ems River" in die Gewalt von Piraten geraten. Anlässlich der neuerlichen Schiffsentführung erinnert der Verband Deutscher Reeder (VDR) daran, dass sich aktuell noch Hunderte von Geiseln in der Hand von somalischen Piraten befinden.

Laut VDR sind noch immer über 500 Seeleute aus mehreren Nationen in Geiselhaft von somalischen Piraten. Nach Angaben von der multinantionalen EU-Marinemission Navfor vor Somalia befinden sich derzeit noch 25 Schiffe mit 587 Geiseln in der Hand somalischer Piraten. Zu jeder Zeit waren demnach in den vergangenen drei Jahren über 400 Seeleute permanent in der Gewalt von Piraten. Insgesamt mussten laut VDR bereits über 2.600 Seeleute die Geiselnahmen ertragen, darunter auch immer wieder Deutsche. Nach brutalen Überfällen mit automatischen Waffen auf die Handelsschiffe, müssen die Seeleute häufig über viele Monate die Geiselhaft unter unwürdigen Bedingungen und ohne Kontakt zu ihren Familien erdulden.

Laut VDR haben es die Piraten zumeist nicht auf die Schiffe und ihre Ladung abgesehen. „Auf Hoher See geht es allein um den Menschenraub,“ erläutert VDR-Geschäftsführer Ralf Nagel.  „Für viele Menschen sind die rund 1,2 Millionen Seeleute und die über 50.000 Handelsschiffe auf den Weltmeeren unsichtbar,“ so Nagel weiter. „Es ist wichtig, dass die Seeleute in Zukunft noch besser geschützt werden, denn der Welthandel wird zu über 90 Prozent auf den Weltmeeren abgewickelt.“

VDR fordert Militärs an Bord von Schiffen

Die Entscheidung des Deutschen Bundestages, das Mandat der Militäroperation "Atalanta" zu verlängern und geografisch zu erweitern, wird daher vom VDR begrüßt. Umfangreiche Selbstschutzmaßnahmen der deutschen Reeder haben laut VDR bereits dazu geführt, dass die Attacken auf deutsche Schiffe seltener erfolgreich sind. Zusätzliche wirksame Maßnahmen erwarten die deutschen Reeder vor allem von bewaffnete Militärs an Bord deutscher Handelsschiffe. Über einen solchen Einsatz werden noch im Januar Gespräche mit der Bundesregierung stattfinden, heißt es beim Spitzenverband der deutschen Reeder. Bereits zuvor hatte sich VDR-Chef Ralf Nagel für einen verbesserten Schutz von Handelsschiffen eingesetzt.

(Redaktion)


 


 

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