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SEO: Sind Social Signals die Trendwende?

Experten sind sich einig: Social Signals wirken – wie genau, ist aber noch nicht klar. Shares, Kommentare oder Likes werden für die Suchmaschinen-Optimierung immer relevanter und können das Ranking positiv beeinflussen. Um soziale Signale zu fördern ist es hilfreich qualitativen Content zu teilen und den Author Rank zu nutzen. Wer das neue SEO langfristig für sich einsetzen möchte, sollte jedoch noch weitere Tipps beachten:

Bei Facebook tummeln sich mehr als eine Milliarde Nutzer. Im Dezember 2012 konnte das Netzwerk rund 32,5 Milliarden Likes und Shares vermelden. Solch beeindruckende Zahlen bei Interaktionen hat Google+ zwar noch nicht zu verzeichnen, aber dafür wächst das Google-Netzwerk stetig. Die Zahl der +1s lag im Dezember 2012 immerhin bei 400 Millionen.

Genaue Wirkung weiterhin umstritten

Die Wirkung der Social Signals ist nach wie vor umstritten. Noch immer ist nicht genau geklärt, inwieweit Interaktions-Signale auf Facebook (hier finden Sie weitere Facebook-News) und auf Google+ die Suchergebnisse ändern können. Ein direkter Einfluss lässt sich noch nicht wissenschaftlich nachweisen, aber viele Faktoren deuten darauf hin, dass soziale Signale eine erhöhte Relevanz für den Algorithmus des Google-Rankings aufweisen. Eine aktuelle Studie über Ranking-Faktoren untersuchte, wie oft hohe Suchergebnis-Positionen mit bestimmten Faktoren korrelieren. Eindeutiges Ergebnis: Viele Facebook Shares und Google +1s gehen meist mit einem guten Google-Ranking einher.

Korrelation nicht gleich Kausalität

Doch Vorsicht: Korrelation bedeutet nicht gleich Kausalität. Personen mit kleiner Körpergröße haben meist eine schlechtere Lesefähigkeit als der Durchschnitt. Doch dies steht in keinem direkten Zusammenhang mit der Größe, sondern ist der Tatsache geschuldet, dass Kinder das Lesen erst noch lernen müssen. Dieses Beispiel zeigt, dass es auch andere Gründe für eine Korrelation geben kann. Websites auf Top-Positionen bei Google weisen von Natur aus eben auch mehr Social Signals auf, da sie groß und bekannt sind.

Kritiker sagen, Social Signals sind der am meisten überbewertete Faktor der SEO-Welt – zumindest momentan noch. Langfristig werden sie weiterhin Einfluss bekommen und auch Google wird sich verstärkt damit befassen. Mit wachsender Indexgröße ist es nur logisch und auch sinnvoll, die Social Signals für Suchmaschinen als Bewertungskriterium ernstzunehmen.

Erst in zwei Jahren flächendeckende Relevanz

Es wurden bereits kleinere Studien durchgeführt, die unter weitestgehend isolierten Bedingungen gezielt Social Signals erzeugt haben. Diese Studien zeigten, dass sich die Signals im Ranking durchaus bemerkbar machen. Aber bis Likes und Shares einen wirklich flächendeckend relevanten Ranking-Faktor darstellen, wird es noch zwei bis drei Jahre dauern.

Tipps

Qualitativen Content erzeugen

Zu Beginn wurde Google+ von vielen Experten belächelt und lediglich als Abklatsch von Facebook degradiert. Schnell wurde klar, dass Google sein eigenes Netzwerk auch für SEO-Zwecke einsetzt. Somit gewinnt Google+ vor allem für Unternehmen rapide an Bedeutung.
Aus SEO-Sicht macht das soziale Netzwerk viel richtig. Die interne Verlinkung ist stark ausgebaut und eine optimale Indexierbarkeit der Nutzer-Profile führt zu einem hohen Ranking. Google+ ist von Grund auf stringend suchmaschienenfreundlich konzipiert und wird so leichter vom Crawler indexiert. Des Weiteren sorgt einzigartiger Content der Google+-User dafür, dass Beiträge bei Google höher eingestuft werden. Unternehmen müssen dafür sorgen, dass die eigenen Postings hochwertig sind, geliked werden und in den Circles von anderen Nutzern oder Unternehmen erscheinen.

Websites können optisch ansprechend sein und dennoch nicht weit oben in der Suchmaschine auftauchen. Grund dafür ist der Content: Je aktueller dieser ist, desto ansprechender finden Crawler die Website. So erhöht sich das Potenzial eines positiven Rankings.
Je mehr Inhalte über öffentliche Postings via Google+ geteilt werden, desto eher tauchen diese in den Suchergebnissen auf. Posten Sie also regelmäßig qualitative Inhalte in Ihrem Google+ Profil und sorgen Sie so für Google+ Follower und -Kreise. Durch Qualität und Aktualität des Content kann das Ranking auf Google positiv beeinflusst werden.

Author Rank nutzen

Der Google Author Rank ist ein Ranking-Faktor, der bislang meist unterschätzt wird, aber schon heute über eine gute oder schlechte Platzierung auf Google mitentscheidet. Das Netz soll künftig an Anonymität verlieren und persönlicher werden. In den Suchergebnissen werden solche Inhalte besser gerankt, die mit verifizierten Online-Profilen verknüpft sind.

Über das Rel-Authorship-Tag wird Content menschlicher. Artikel auf Webseiten werden mit dem Google+-Profil direkt verlinkt. Dies geschieht entweder über ein Mark-up beim Artikel oder im der Seite. Auch auf WordPress und anderen CMS gibt es bereits erste Plugins dazu.

Die offensichtlichste Auswirkung dieses Rel-Authorship-Tags ist das Autorenbild, das bei Google in den Suchergebnissen erscheint. Bei einem Klick auf das Bild oder den Link können weitere Artikel des Autors gesucht werden. Es ist nachgewiesen, dass Artikel mit einem Autorenbild eine höhere Klickrate verzeichnen als reine Textergebnisse. Schon allein weil die Klickrate ein nachgewiesener Rankingfaktor ist, lohnt es sich also, auf den Author Rank zu bauen. Nutzen Sie dazu für Ihren Google+-Account ein hochauflösendes und erkennbares Profilbild einer Person.

Meinungsmacher aktivieren

Viralität und Interaktion sind die beste Währung im Social Web. Ziel ist es, Nutzer mit einem großen Freundeskreis dazu zu bringen, die eigene Website zu empfehlen. Meinungsmacher im Web für sich zu gewinnen, unterstützt so die SEO-Maßnahmen.
Durch die Präsenz auf Google+ wird es für Unternehmen z. B. möglich, Entscheider und Meinungsmacher zu erreichen und so relevante Social Signals zu generieren. Nicht umsonst wird Google+ häufig von SEOs genutzt, um Ihre Websites mit dem Social Signal +1 zu empfehlen.

Zum Teilen animieren

Je prominenter sich eine Website in den sozialen Netzwerken präsentiert und je häufiger sie Inhalte teilt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit ein positives Ranking zu erhalten. Für Unternehmen geht es aber mehr denn je darum, ansprechende Inhalte zu veröffentlichen, die viele Leute mögen und mit ihrem Netzwerk teilen.
Auf Basis aktueller Erhebungen ist davon auszugehen, dass nicht einfach die Anzahl der Shares berücksichtigt wird, sondern auch, wann und wer diese Inhalte geteilt hat und in welchem Verhältnis diese zur Besucherzahl der Website steht.

(Hans-Jürgen Even)


 


 

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