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  • 05.02.2010, 18:07 Uhr
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  • Osnabrück
Extreme Wetterbedingungen

Sicherheit der Busfahrer und Fahrgäste ging zwischen Osnabrück und Oldenburg vor

Im Nordwesten atmen Verkehrsunternehmen und Fahrgäste auf. Zumindest für den Moment hat sich der „Jahrhundertwinter“ um Tief "Miriam" zurückgezogen. Der Schnee auf den Dächern taut, die Eisplatten vor der Tür verschwinden langsam.

„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden auf eine harte Probe gestellt. Ihnen gebührt mein Dank für den kundenorientierten Service, der in unseren Kundencentern, in den Leitstellen, im Betrieb und nicht zuletzt am Steuer geleistet wurde“, fasst Verkehrschef Martin Meyer-Luu, von  den Stadtwerken Osnabrück, zusammen.

Osnabrück: Dreimal Busverkehr eingestellt

Insgesamt dreimal musste der Verkehr in der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) für mehrere Stunden eingestellt werden. Nach Stadtwerke-Angaben ließen die Straßenverhältnisse einen sicheren Passagiertransport nicht mehr zu. Ähnliches vollzog sich auch im weiter nördlich gelegenen Oldenburg und in weiten Teilen der Weser-Ems Region. Busunternehmen wie die Oldenburger VWG und Weser-Ems-Bus oder Linienbetreiber im Emsland stellten aufgrund der Wetterverhältnisse die Sicherheit von Fahrpersonal und Fahrgästen über das Diktat des Fahrplans.

Auch mehrere Taxiunternehmen stellten den Betrieb ein

Nach Informationen von Business-on.de setzten aufgrund der extremen Wetterbedingungen auch Taxiunternehmen der Region zeitweise den Fahrgasttransport ganz aus. Wenn kein helfender Nachbar oder kein eigenes Auto mit Winterreifen greifbar war, blieb vielfach nur noch der teils kilometerlange Weg zu Fuß – schließlich war auch der Fahrtantritt mit dem Fahrrad nicht ganz risikolos. Manchem reisenden Zeitgenossen erschienen die 10 Minuten Verspätung am Bahnhof nach einem halbstündigen Fußmarsch sicherlich in einem ganz anderen Licht. Aber auch Beschweren blieben bei den Fahrgästen natürlich nicht aus. Ein Dilemma für die Verkehrsunternhmen.

Extremsituation: Kunden-Vorwürfe

Bei der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) hat man Verständnis, dass die Entscheidung, den Verkehr einzustellen, für teilweise großen Unmut bei den Fahrgästen gesorgt hat. "Für einen Kunden, der am Neumarkt stand, war es wahrscheinlich schwer verständlich, dass die Busse mehrere Stunden nicht fuhren. Doch wer Osnabrück kennt, der weiß, dass es in der Stadt und vor allem in der Region Steigungen gibt, die bei einer solchen Wetterlage unpassierbar werden, wenn es keinen Winterdienst gibt“, sagt Stadtwerke-Verkehrschef Martin Meyer-Luu.

Man habe immer wieder die Straßenverhältnisse durch eigenes Personal überprüfen und den Verkehr solange wie möglich laufen lassen. Das fehlende Streusalz sei seit Tagen, wenn nicht sogar Wochen Teil der öffentlichen Debatte. Ab einem bestimmten Zeitpunkt habe es zur Sicherheit von Fahrgästen und -personal aber keine Alternative zum Einstellen des Verkehrs mehr gegeben, erklärt Meyer-Luu. 

„Fakt ist, dass die Polizei teilweise Straßen wegen der Glätte sperren musste. Jeder Grundlage entbehren die Vorwürfe, die Stadtwerke würden keine wintergerechte Bereifung einsetzen und es sei deswegen zu den Schwierigkeiten gekommen." (André Kränzke, Stadtwerke Osnabrück)

„Fakt ist, dass die Polizei teilweise Straßen wegen der Glätte sperren musste. Jeder Grundlage entbehren die Vorwürfe, die Stadtwerke würden keine wintergerechte Bereifung einsetzen und es sei deswegen zu den Schwierigkeiten gekommen“, betont André Kränzke, Leiter Verkehrsbetrieb. Es sei absurd zu vermuten, dass ein kommunales Unternehmen sich nicht an die gesetzlichen Vorschriften halte. Dementsprechend setzen die Stadtwerke Reifen mit der erforderlichen „M + S-Kennung“ (für Matsch und Schnee) ein. „Wir übertreffen in Sachen Profiltiefe sogar noch die gesetzlichen Vorgaben“, so André Kränzke von den Stadtwerken Osnabrück.

Engere Abstimmung mit den Schulämtern geplant

Um zukünftig auf solche Situationen vor allem auch in der Abstimmung mit Behörden und Verwaltung noch besser vorbereitet zu sein, finden aktuell Gespräche mit der Stadt über die Verbesserung des Streudienstes statt. Auch mit den Schulämtern ist die VOS in der Abstimmung, was die Informations- und Entscheidungswege bei Schulausfall angeht. Im Verlauf des winterlichen Extremwetters war man in Osnabrück und anderen Teilen der Region nach und nach dazu übergegangen, bei Schulausfällen das Busangebot um jene Busse auszudünnen, die in erster Linie für den Schülertransport vorgesehen waren. Vielfach fuhr man deshalb nach Ferienfahrplan. Das sparte nicht nur Kosten und verhinderte Leerfahrten, sondern verminderte auch unnötige Gefahren für das Fahrpersonal.

Osnabrück: Busfahrer fuhren in PKWs die Linen ab

„Ich bin zusammenfassend schlicht begeistert, wie gut alle Kollegen bereichsübergreifend zusammengearbeitet haben“, äußert sich André Kränzke. So seien nach der Entscheidung am Mittwoch, den Verkehr einzustellen, die Fahrerinnen und Fahrer mit ihren Bussen auf den Betriebshof zurückgekehrt und hätten dann, mit auffälligen Sicherheitswesten ausgestattet, reibungslos an mehreren Punkten in Osnabrück (u. a. Hauptbahnhof, Neumarkt und Heger Tor) die Fahrgäste informiert.

In einer "Blitzaktion" hatte man nach Kränzkes Worten zuvor aus allen Stadtwerke-Bereichen PKW zusammengeholt, damit Fahrer in Zweierteams die Linien abfahren und auch hier informieren konnten. Die Mitarbeiter in den Kundenzentren kamen im Folgenden früher zum Dienst, Auszubildende der Fachrichtung Fachkraft im Fahrbetrieb (FiF) unterstützten gleichzeitig die Telefonzentrale der Stadtwerke, um die zunehmenden Kundenanfragen zu beantworten.

Zugriff auf VOS-Internetseite verfünffacht

Der Zugriff auf die Internetseite der Verkehrsgemeinschaft soll sich innerhalb weniger Stunden verfünffacht haben. Mit den dynamischen Fahrgast-Displays in Osnabrück wurden zudem Fahrgäste an den entsprechend ausgerüsteten Haltestellen über den aktuellen Stand informiert.. Auch in Oldenburg nutzte man die jüngst beschafften Fahrgast-Displays zur Kundeninformation bei Ausfällen ein.

(Redaktion)


 


 

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