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Ramsauer in russischer ICE-Werkstatt

Siemens kündigt neue Wartungskonzepte für ICx-Fernverkehrszüge an

Siemens hat bessere Wartungskonzepte für die Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn AG angekündigt. "Wir werden sicherlich mit der Bahn darüber sprechen, wie wir die Wartung verbessern können", sagte der Vorstandsvorsitzende des ICE-Lieferanten Siemens Mobility, Hans-Jörg Grundmann, am Dienstag während der Russlandreise von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) in Sankt Petersburg. Siemens werde neue Angebote machen.

Von Thomas Rietig

Das gelte insbesondere für die Nachfolgegeneration der jetzigen Intercity- und Intercity-Express-Züge, den ICx, fügte Grundmann hinzu. Die ersten ICx-Züge sollen 2016 ausgeliefert werden. Ein Bahnsprecher erklärte daraufhin, die DB-AG wolle die Wartung weiter in ihrer Hand behalten.

Ramsauer ergänzte, er werde künftig dieselben "knallharten Ansprüche" an das Funktionieren der deutschen Züge stellen wie die russische Bahn, in deren Auftrag die Hochgeschwindigkeitszüge zwischen Sankt Petersburg und Moskau fahren. Der Verkehrsminister hat nach jahrelanger Hakelei zwischen Lieferanten und Kunden in diesem Jahr Bahnindustrie und Betreiber veranlasst, sich auf ein "Handbuch Eisenbahnfahrzeuge" zu einigen, das die Bedingungen für die Vertragsbeziehungen wie Lieferfristen und Lastenhefte festschreibt.

Ein Sprecher der Deutschen Bahn AG wies darauf hin, dass schon beim Vertragsabschluss zum ICx vor einigen Monaten vereinbart worden sei, dass Betriebs- und Wartungsdaten für die Dauer von zwei Jahren mit Siemens ausgetauscht würden, "damit die Züge noch besser werden können". Er ließ aber keinen zweifel daran: "Wir wollen Wartung und Instandhaltung weiter in unserer Hand behalten."

"Wir würden gerne helfen"

Der Betrieb mit den bisher acht Siemens-Zügen des russischen Typs "Sapsan" (Falke) gilt trotz der teils extremen Witterungsbedingungen als hochzuverlässig. Er fährt laut Werksleiter Johannes Emmelheinz seit zwei Jahren mit einer Pünktlichkeitsquote von mehr als 99 Prozent. Die Auslastung wird mit mehr als 90 Prozent angegeben. In dem Werk sind rund 40 russische und fünf deutsche Mitarbeiter beschäftigt. Auf die Frage, was deutsche Bahnbetreiber von dieser Bahn lernen könnten, sagte Emmelheinz: "Wir würden gerne helfen."

Im Dezember will Siemens laut Grundmann einen Vertrag über die Lieferung von acht weiteren "Sapsan"-Zügen mit der russischen Bahn SZD schließen. Sie sollen in zwei Jahren geliefert werden. Dann sollen die Züge auch in die Millionenstadt Nischnij Nowgorod fahren. Bisher verkehren sie noch auf herkömmlichen Trassen; Russland plant mittelfristig aber den Bau von Hochgeschwindigkeitsstrecken parallel zu den bestehenden.

Die Deutsche Bahn wartet ihrerseits auf die Lieferung von insgesamt 16 ähnlichen Hochgeschwindigkeitszügen. Sie sollten eigentlich schon ab dem dritten Quartal dieses Jahres fahren, sind aber bisher über Probefahrten nicht hinausgekommen. Bisher seien sechs Züge gebaut, sagte Grundmann. Seinen Angaben zufolge werden sie gerade in Frankreich getestet, da sie am Ende auf mehreren unterschiedlichen Strom- und Signalsystemen betrieben werden müssen. Ziel ist, mit ihnen London anzufahren. Inzwischen wird mit ihrer Zulassung nicht vor August 2012 gerechnet, viel zu spät für die Olympischen Spiele dort im Sommer. "Der italienische Lieferant der französischen Zugsicherungstechnik hat versagt", sagte Grundmann.

(dapd )


 


 

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