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Solar Millennium ist zahlungsunfähig

Erlanger Kraftwerksentwickler stellt Insolvenzantrag

Wenige Tage nach dem Berliner Solarzellenhersteller Solon hat nun auch der Solarkraftwerksentwickler Solar Millennium aus Erlangen seine Zahlungsunfähigkeit bekanntgegeben: Das Unternehmen habe am Mittwoch Insolvenzantrag beim Amtsgericht Fürth gestellt, teilte Solar Millennium mit.

Begründet wird der Schritt damit, dass zwei Großprojekte bisher nicht abgeschlossen werden konnten und dies zu Zahlungsschwierigkeiten führte. Von der Insolvenz sind laut Unternehmenssprecher Hans Obermeier rund 60 Mitarbeiter betroffen. Das Gericht bestellte den Nürnberger Rechtsanwalt Volker Böhm zum vorläufigen Insolvenzverwalter.

Solar Millennium erklärte, es habe Verzögerungen beim Verkauf des US-Geschäfts an die Solarhybrid AG aus dem Sauerland gegeben. Zwar seien wesentliche Verträge unterschrieben worden, allerdings sei nach einer ersten Zahlung kein weiteres Geld mehr geflossen. "Der Verkauf ist bisher nicht abgeschlossen worden", erklärte Sprecher Obermeier. Das habe "gravierende Auswirkungen" auf die Zahlungsfähigkeit der Solar Millennium.

Hinzu komme, dass für das Projekt Ibersol bisher kein Investor gefunden worden sei. Das Solarthermie-Kraftwerk hätte bis Ende 2013 in Spanien errichtet werden sollen.

"Beide Projekte sind damit aber nicht hinfällig", sagte Obermeier. Inwiefern sie unter einem Insolvenzverwalter abgeschlossen werden können, konnte der Sprecher nicht sagen.

Insolvenzverwalter prüft Fortführung des Geschäftsbetriebs

Wie Böhms Kanzlei mitteilte, hat sich der Anwalt am Hauptsitz des Unternehmens in Erlangen bereits ein Bild der Lage gemacht. Böhm werde zunächst prüfen, ob eine Fortführung des Geschäftsbetriebs möglich ist. Sollte dies der Fall sein, werde er sich um die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes bemühen, um die Lohn - und Gehaltszahlungen für die Beschäftigten zu sichern. Auf einer Betriebsversammlung habe Böhm die Mitarbeiter über die Situation und die nächsten Schritte informiert. Zudem werde er kurzfristig Kontakt zu den wichtigsten Projekt- und Geschäftspartnern des Unternehmens aufnehmen.

Das Erlanger Unternehmen war in den vergangenen Monaten mehrmals in die Schlagzeilen geraten, unter anderem, weil Ex-Vorstandschef Utz Claassen für seine nur 74 Tage dauernde Amtszeit Schadenersatz in Millionenhöhe vom Unternehmen fordert, Solar Millennium umgekehrt dessen Antrittsprämie in Höhe von rund neun Millionen Euro zurück haben will. Ein entsprechendes Zivilverfahren ist noch nicht abgeschlossen.

Mitte September hatte dann Firmengründer Hannes Kuhn sein Mandat als Aufsichtsrat niedergelegt, Anfang Oktober folgte der Vorstandsvorsitzende Christoph Wolff.

(dapd )


 


 

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