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Verbraucherschützer raten von Branche ab

Tausende Kleinanleger von der Solar-Millennium-Pleite betroffen

An den Rendite-Versprechen der Firma Solar Millennium haben sich offenbar vor allem Kleinanleger die Finger verbrannt. Die Banken gaben der Firma kaum Geld, zeigt der Geschäftsbericht. Auch Großinvestoren sind weitgehend fern geblieben. Stattdessen warb die Firma mit bunten Prospekten um Vertrauen und eine bessere Welt. Das Konzerngeflecht sei für die Anleger nicht leicht zu durchdringen gewesen, sagen Verbraucherschützer.

Von Roman Keßler

Selbst für den Insolvenzverwalter Volker Böhm ist die Struktur nicht sofort zu erkennen. Er will sich erst in der ersten Woche des neuen Jahres äußern und wird das Jahresende wohl mit der Lektüre der Bücher verbringen müssen. Auch für die komplizierten Verflechtungen fand der Konzern eine wohlklingende Überschrift: "Gebündelte Kompetenz ", hieß das in Erlangen.

Davon haben sich offenbar viele blenden lassen. Laut SdK gehörte Solar Millennium zu den größten Spielern im Grauen Kapitalmarkt, in dem Anleihen wie eine Art Versicherungsvertrag an Privatanleger verkauft werden. In Fällen wie Solar Millennium, bei dem sich Anbieter einen ökologischen Anstrich geben, sprechen Experten mittlerweile vom "grau-grünen Kapitalmarkt".

"Wir schätzen, dass es 8.000 bis 10.000 Betroffene gibt", sagte SdK-Vorstand Daniel Bauer der Nachrichtenagentur dapd. Seine Schätzung beruht auf der Erfahrung mit anderen Fällen und der Tatsache, dass noch rund 200 Millionen Euro der emittierten Anleihen offen seien. Das sei die Summe, die Anleger überwiesen hätten. Rund 95 Prozent davon stammten wohl von Privatanlegern, die im Durchschnitt rund 20.000 Euro einbrachten.

SDK: Anleger sollen sich organisieren

Die SdK rät den Anlegern daher sich zu organisieren. Schon 70 hätten sich bei der SdK kostenlos registrieren lassen, um ihre Interessen gebündelt vertreten zu lassen. In schwierigen Fällen könne eine Jahresmitgliedsgebühr notwendig werden, die 65 Euro koste, sagte Bauer. Den großen Ansturm erwartet er noch, das dauere immer ein wenig. Rund die Hälfte der Anleger blieben in solchen Fällen jedoch "apathisch", meldeten sich also gar nicht oder merkten erst, was passiert ist, wenn sie zufällig ins Depot schauten.

Bei Solar Millennium gebe es verschiedene Gruppen von Geschädigten, sagte Bauer. Einige der Anleihen würden an der Börse gehandelt und könnten verkauft werden. Andere seien älter und wie eine Zwangsjacke. Ähnlich wie beim Festgeld müsse der Anleger warten, bis das Papier ausläuft. Aktienkäufer, die das Papier nach dem Börsengang 2005 gekauft hatten, haben durch die Kursrückgänge ebenfalls Geld verloren.

(dapd )


 


 

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