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Quelle

Spagat zwischen Katalog und E-Commerce

Die Quelle GmbH aus Fürth treibt den Wandel vom Katalog-Versandhändler der alten Schule hin zum modernen E-Commerce-Anbieter weiter voran. Anlässlich der Präsentation der Frühjahr/Sommer-Kollektikon mit Designer Harald Glööckler bekräftigte Quelle-Chef Henning Koopmann im Hamburg die Umbaupläne des Unternehmens.

Wie im Hause Arcandor üblich - Quelle gehört über die Versandhandelssparte Primondo zum Essener Handels- und Touristikkonzern - geizten die Verantwortlichen nicht mit optimistischen Ausblicken: „Quelle wandelt sich mit hoher Dynamik von einem traditionellen Katalog-basierten Versandunternehmen zu einem modernen Homeshopping-Anbieter mit klarer Konzentration auf den Leitkanal Internet“, so Quelle-Geschäftsführer Koopmann. Der Spagat fällt aber zunehmend schwerer.

Analysten vermissen schon seit Monaten Klarheit aus dem Hause Quelle. In Fürth rühmt man sich damit, hinter Amazon und Ebay die Nummer Drei im deutschen E-Commerce zu sein und nach eigenen Angaben "zur führenden Traditionsmarke" im Internet aufgestiegen zu sein. Wieviel Umsatz die Katalog- oder Internetsparte macht, bleibt jedoch im Dunkeln.

Quelle müht sich redlich, dem Image eines dynamischen Internet-Shops gerecht zu werden. Durch die Einbindung von Vertriebspartnern wie Samsonite oder Fahrrad.de wurde das Internet-Angebot insgesamt deutlich aufgewertet und ausgebaut. Dennoch bleiben Optik, Suchfunktion und Warenverfügbarkeit des Online-Angebots die größten Baustellen. Um Weihnachten herum waren beispielsweise sämtliche Netbooks online ausverkauft.

Die Fürther wollen auch in Zukunft auf eine Multi-Channel-Strategie setzen. Die Kataloge sollen künftig nicht mehr das komplette Angebot abbilden, sondern über Ausschnitte Anreize zum Kauf im Internet geben. Schon jetzt gewinne das Unternehmen 50 Prozent seiner Neukunden - das sind alle Personen die seit zwei Jahren nichts mehr bestellt haben - über Quelle.de und generiere 50 Prozent der Umsätze.

Quelle-Chef Koopmann will künftig zwei von drei Euro über das Internet erwirtschaften. Alle internen Abläufe, Prozesse und Strukturen des
Unternehmens werden daher konsequent auf den für das Unternehmen überlebenswichtigen Kanal E-Commerce ausgerichtet - inklusive Entlassungen sowie Urlaubs- und Gehaltsverzicht der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Rosskur scheint jedoch erste Früchte zu tragen: Der Quelle-Anteil am Onlinehandel wuchs auf 5 Prozent (2007: 3,6 Prozent) und im Onlineshop wurden bis 30. September verganenen Jahres Bestellungen im Wert von 1,1 Milliarden Euro getätigt, ein Plus von 22 Prozen zum Vorjahr. Im Weihnachtsgeschäft zogen die Order noch einmal um 38 Prozent an. 

Wichtig bleibt jedoch die Entwicklung im Mutterkonzern Arcandor. Spannend wird, welche Strategie der neue Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick einschlagen wird. Zum Glück, so könnte man in Fürth meinen, geht es den Karstadt-Warenhäusern noch schlechter.

(Redaktion)


 


 

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