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Geldautomaten-Streit

Sparkassen und Volksbanken wollen individuelle Abhebegebühren

Der Streit um die Gebühren für Abhebungen an Geldautomaten geht in die nächste Runde. Hintergrund ist, dass sich inbesondere die Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken darüber beklagen, dass private Online-Bankhäuser ohne eigenes Filial- und Geldautomatennetz auf ihre Automateninfrastruktur zurückgreifen.

Während die öffentlich-rechtlich organisierten Sparkassen und Landesbanken darauf setzen, dass Fremdkunden an ihren Geldautomaten künftig individuell angezeigt bekommen, wie hoch die Gebühr ist, wollen die Privatbanken, die davon teilweise betroffen wären, die Abhebegebühren auf 2 Euro beschränken. Ihre Kunden wären von der Maßnahme unmittelbar betroffen, da das private Geldautomatennetz nicht so stark ausgebaut ist, wie bei der Sparkassen- Konkurrenz . Die genossenschaftlich organisierten Volks- und Raiffeisenbanken favorisieren wiederum den Sparkassen-Vorschlag. Auch dort hält man flächendeckend viele Geldautomaten vor.

Bundeskartellamt ermittelt

Bei einer individuellen Gebührenregelung, könnte je nach Geldautomaten-Netz der jeweiligen Bank des Kunden der Preis nach oben und unten abweichen. Zugleich würde so der flächendeckende Investitions- und Unterhaltungsaufwand für die Sparkassen, Landesbanken und Volks- und Raiffeisenbanken ausgeglichen, den sich Online-Bankhäuser in der Regel sparen. Die genauen Kriterien sind allerdings noch offen, außer dass Kunden am Geldautomatenverbund ihrer jeweiligen Bank oder Sparkasse nicht betroffen wären. Für sie ändert sich nichts.

Genaue Kriterien sollen Ende August 2010 dem Bundeskartellamt vorgestellt werden. Dort ermittelt man bereits wegen Wettbewerbsverzerrungen. Folge einer individuellen Abhebegebühr bei den Sparkassen, Landesbanken und Volksbanken könnten allerdings drastisch höhere Abhebegebühren für Fremdkunden sein. In Deutschland gibt es vier größere Geldautomaten-Verbünde: die Sparkassen (ca. 25.000 Geldautomaten), die Volks- und Raiffeisenbanken (ca. 18.000), die Cash Group (ca. 13.000 Automaten bei verschiedenen Privatbanken) sowie Cash Pool (ca. 2.500 Automaten bei verschiedenen Privatbanken). An diesem Schlüssel und der flächenmäßigen Verteilung der Geldautomaten dürfte sich die Abhebegebühr künftig orientieren. 

Kommt die Einigung?

In einer Erklärung des Sparkassenverbands heißt es, dass man dort auf den Wettbewerb setze. Hohn in den Ohren der Privatbanken: dort hatte man zuvor auch mit dem freien Wettbewerb für das Online-Geschäftsmodell argumentiert. Durch die individuelle Abhebegebühr würde allerdings ein wesentlicher Wettbwerbsvorteil der Online-Konkurrenz gegenüber traditionellen Filialbanken wieder entfallen. Bevor das Kartellamt entscheidet, wird in der kommenden Woche auch noch einmal der Zentrale Kreditausschuss (ZKA) tagen, in dem alle großen Bankenverbände in Deutschland vertreten sind. Ob es zu einer Einigung kommt, ist aufgrund der verhärteten Fronten im schon länger schwelenden Geldautomaten-Streit noch unklar.

(Red. / oy)


 


 

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