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Bremen

Staatsbesuch mit der Nordwestbahn

Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) hatte sich am Sonntag gemeinsam mit CDU-Fraktionschef Björn Thümler (DU) von Nordenham auf den Weg in die Freie Hansestadt Bremen gemacht. Ihn erwartete dort nicht nur der Präsident des Senats, Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) und Bremens Umweltsenator Reinhard Loske (Grüne), sondern auch eine Handvoll Demonstranten. Soweit nichts ungewöhnliches - doch der große Bahnhof für McAllister fand diesmal auch tatsächlich auf einem Bahnhof statt, genauer gesagt am Bremer Hauptbahnhof. McAllister reiste am Sonntag mit der neuen Regio-S-Bahn an.

Seit dem Fahrplanwechsel, am Sonntag, den 12. Dezember 2010, wird die Strecke offiziell von der Nordwestbahn betrieben, einem Gemeinschaftsunternehmen der Stadtwerke Osnabrück AG, der Verkehr und Wasser GmbH (VWG) Oldenburg und des Verkehrskonzerns Veolia Verkehr GmbH.

Im   Auftrag des Bremer Senators für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa und der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG) betreibt der private Bahn-Konkurrent ab sofort die Strecken Bremerhaven-Lehe - Bremen Hbf - Twistringen (RS 2), Bremen Hbf - Oldenburg - Bad Zwischenahn (RS 3) und Bremen Hbf - Nordenham (RS 4). Auf denBahnsteig-Displays an den Banhöfen werden die Züge allerdings nicht als "RS" angezeigt, sondern als "NWB". Folgen wird ab Dezember 2011 die Strecke  Bremen-Farge - Bremen Hbf - Verden (RS 1). Letztere ist zum Teil noch nicht elektrifiziert und somit für die modernen Elektrotriebfahrzeuge der Nordwestbahn derzeit nicht befahrbar. Zwischen Bremen Farge und Bremen-Vegesack verkehren allerdings bereits seit einigen Jahren Dieseltriebwagen der Nordwestbahn vom Typ "Talent". Die Laufzeit des Verkehrsvertrages für die Regio-S-Bahn beträgt 11 Jahre.

Pendeldiplomatie zwischen Bremen und Niedersachsen

Die vom Hersteller Alstom gelieferten Triebfahrzeuge vom Typ "Coradia Continental" sind echte "Niedersachsen" - sie wurden im Werk Salzgitter hergestellt. Ab sofort sind sie für Schüler, Pendler und Reisende Bindeglied zwischen Bremen und ihrem "Heimatland". Dort wohnen wiederum viele Menschen, die in der Metropole tagtäglich zur Arbeit fahren. Zu Hauptverkehrszeiten werden nach Angaben der Nordwestbahn Zugeinheiten mit rund 600 Sitzplätzen eingesetzt.

"Wir freuen uns über den gelungenen Betriebstart, zeigte sich NWB-Geschäftsführer Martin Meyer-Luu am Sonntag in Bremen zufrieden. In den Wochen und Monaten zuvor kursierten immer wieder Gerüchte um eine verzögerte Betriebsaufnahme. Hintergrund war die zu diesem Zeitpunkt noch ausstehende Zulassung der Fahrzeuge durch das Eisenbahnbundesamt. Jedes Fahrzeug muss nach den gesetzlichen Bestimmungen einzeln zugelassen werden. "Ein herzliches Dankeschön an alle die diesen Erfolg möglich gemacht haben", so Meyer-Luu in Richtung der anwesenden Polit-Prominenz. Die echte Nagelprobe für die Züge der Regio-S-Bahn erwartet er für Montagmorgen . Dann müssen sich die Züge im Normalbetrieb bewähren, wenn Tausende von Schülern, Pendlern und Reisenden zusteigen.

Mobifair-Zertifikat: Regio-S-Bahn fährt fair

Da auch zu Pendeldiplomatie immer etwas Fairness und Vertrauen gehört, überreichte Bremens Verkehrssenator Loske am Sonntag bei einer anschließenden Pressekonferenz zusammen mit dem Geschäftsführer des Vereins Mobifair e.V., Karl-Heinz Zimmermann, eine ganz besondere Depesche an die Geschäftsführung der Nordwestbahn: hierbei handelte es sich um ein Mobifair-Zertifikat, welches der Nordwestbahn die Einhaltung von Lohn - und Sozialstandards bescheinigt. Zurück geht die Initiative Mobifair auf ein gemeinsam geschlossenes Fairnessabkommen, welches im September 2010 von der Deutschen Bahn, Bahn-Gewerkschaften und privaten Bahn-Konkurrenten unterzeichnet worden ist. Sitz des gemeinnützigen Vereins ist Frankfurt am Main. Mit der Zertifizierung bestätigt Mobifair dem jeweiligen Unternehmen die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, damit Wettbewerbsvorteile gegenüber der Deutschen Bahn nicht alleine durch Lohndumping und das Unterlaufen von Arbeitsschutzbestimmungen erreicht werden. Auch bei diesem Programmpunkt hatte das Protokoll bei McAllisters Staatsbesuch nichts dem Zufall überlassen.

Und so entschwand der stets sympathisch strahlende Niedersächsische Ministerpräsident am Ende nach einem herzlichen Shake-Hands mit Bremens Landeschef Böhrnsen vor dem großen Bremer Hauptbahnhof in seine große, schwarze gepanzerte Limousine - auch das gehört schließlich zu einem echten Staatsbesuch.

(Onur Yamac)


 


 

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