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Gemeinschaftswährung

Euro auf tiefstem Stand seit elf Monaten

Der Euro hat am Mittwochnachmittag einen akuten Schwächeanfall erlitten. Zum Dollar fiel er auf den tiefsten Stand seit elf Monaten - zum Yen gar auf den niedrigsten Wert seit Mitte 2001.


Trotz ermutigender Ergebnisse bei einer italienischen Staatsanleihe-Auktion am Vormittag sank die europäische Gemeinschaftswährung bis zum frühen Abend auf 1,2912 Dollar, nachdem sie am Vormittag ein Tageshoch 1,3082 Dollar gesehen hatte.

Marktteilnehmer taten sich mit einer Erklärung schwer. Denkbar ist neben Sorgen wegen weiterer italienischer Anleihe -Auktionen auch ein Wiederaufflammen der weltweiten Risiko-Aversion bei zugleich dünnen Umsätzen.

"Es bestehen Sorgen, dass die viel wichtigere Auktion italienischer Langläufer morgen nicht so glatt verlaufen wird", sagte ein Frankfurter Händler am Nachmittag. Am Donnerstag werden bis zu 8,5 Milliarden Euro mit Laufzeiten von drei, sieben und zehn Jahren angeboten. Sollten wieder Rekordrenditen verlangt werden, dürfte das den Druck auf den Euro verstärken.

"Die Umsätze sind sehr dünn, was starke Bewegungen begünstigt", versuchte ein anderer Marktteilnehmer die heftigen Verluste zu begründen. Ein Test des Jahrestiefs bei 1,2867 Dollar sei nun nicht mehr ausgeschlossen.

Am Vormittag war eine Auktion kurz laufender italienischer Anleihen noch erfolgreich über die Bühne gegangen. Das italienische Schatzamt musste deutlich niedrigere Zinsen für neu ausgegebene sechsmonatige Schatzwechsel und zweijährige Nullkuponanleihen bezahlen als vor einem Monat. Dies hatte zu vorübergehender Entspannung geführt. Die Gemeinschaftswährung kletterte auf Tageshoch und die italienische Börse verzeichnete deutliche Gewinne. Die Erholung war dann aber ebenso schnell vorbei, wie sie begonnen hatte.

Ein möglicher Grund des Euro-Absturzes ist ein Wiederaufleben der Risiko-Aversion, so dass sich die Bewegung eher als Flucht in Dollar und Yen darstellen würde. Möglicher Auslöser könnte die Angst vor einer Eskalation der Lage am Persischen Golf sein. Dort hatte der Iran mit einer Sperre der Straße von Hormus gedroht, was die Öllieferungen in die Industrieländer behindern würde. Die US-Marine hatte daraufhin mitgeteilt, sie würde einen solchen Schritt nicht dulden. Dagegen spricht allerdings, dass der Ölpreis im Tagesverlauf leicht gesunken ist.

Quelle: Dow-Jones-Newswire

(dapd )


 


 

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