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Raffinerie Wilhelmshaven

Menzel setzt bei Investorensuche auf Mithilfe der Landesregierung

Wie inzwischen bekannt ist, hat der US-Ölmulti Conoco Phillips aus Houston (US-Bundesstaat Texas) seine Pläne für eine Modernisierung der Raffinerie in Wilhelmshaven auf Eis gelegt und plant einen Verkauf. Für helle Aufregung sorgte das im Wilhelmshavener Rathaus. Dort musste man eine angekündigte Milliarden-Investition inzwischen abschreiben.

Wilhelmshavens Oberbürgermeister Eberhard Menzel (SPD) könnte nun die Landesregierung in Hannover zur Seite springen, die bereits bei den Nordseewerken in Emden, dem insolventen Autobauer Karmann in Osnabrück aktiv geworden war. Nach derzetigem Stand - trotz einiger Widrigkeiten - mit durchaus respektablen Ergebnissen. In Emden folgte nach dem Ausscheiden von Thyssen-Krupp SIAG und in Osnabrück baut VW ein neues Werk auf.

Hannover will vermitteln

Ministerpräsident McAllister (CDU) hat zugesagt, bei der Suche nach einem Käufer bzw. Investor für die Raffinerie von Conoco Phillipps in Wilhelmshaven zu helfen. Dies sei angesichts der Tatsache, dass ansonsten der Raffineriestandort Wilhelmshaven im Bestand gefährdet sei, äußerst wichtig, so Menzel. Vom Conoco-Konzern selbst gebe es bisher keine Signale und Antworten auf die immer drängender werdenden Fragen, was aus den dort beschäftigten Mitarbeitern wird.

Die Raffinerie hatte über den Jahreswechsel 2009/2010 ein halbes Jahr stillgestanden. Anfang Mai gab es schließlich einen Brand in der gerade erst wieder angefahrenen Anlage, den die Feuerwehr allerdings unter Kontrolle bringen konnte.

Milliardeninvestition futsch

Milliarden sollten an der Jade investiert werden. Immer wieder wurde die angekündigte Investition im Umfang von 5 Mrd. Euro verschoben. Wilhelmshavens Oberbürgermeister ist derzeit irritiert. Ihm gegenüber waren die abgesagten Investitionen in den Standort sowohl bei Conoco Phillipps als auch beim Unternehmen INEOS mit der Notwendigkeit begründet waren, dies im Interesse der Stärkung des Standortes Wilhelmshaven und der Zukunftsfähigkeit der Produktionen tun zu wollen. Diese Darstellung dürfte jedoch mit der neuerlichen Entscheidung hinfällig geworden sein.

Hat ein belgischer Standort sich durchgesetzt?

Die Aussage, wirtschaftliche Zwänge hätten zur Absage der Investitionen geführt, ist nach Angaben des Wilhelmshavener OB ebenfalls falsch. Im Wall Street Journal sei in den letzten Tagen ausgeführt worden, dass Conoco Philipps seinen Überschuss im abgelaufenen Quartal verfünffacht habe. Dieser belaufe sich im Vergleich zum Vorjahr auf 4,2 Mrd. US-Dollar. Wirtschaftliche Zwänge, so Menzel, sähen wohl anders aus. Zu INEOS habe es zudem am 29. Juli 2010 eine Presseveröffentlichung gegeben, laut der das Unternehmen im belgischen Zwijndrecht ein neues Tiefsee-Terminal für die Einspeisung von bis zu 1 Mio. Jahrestonnen Ethylen in das nordwesteuropäische Pipeline-Netz bauen will. Auch wenn die Konzern-Strategie der Texaner bislang im Wilhelmshavener Rathaus nebulös bleibt, kann Menzel bestätigen: ähnliche Planungen wie in Zwijndrecht hatte es zuvor für Wilhelmshaven gegeben.

(Redaktion)


 


 

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