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Stark verteidigt Arbeit der EZB

EZB-Chefvolkswirt Stark "nicht zufrieden" mit Entwicklung des Euro

Politische Gründe haben für den Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Jürgen Stark, eine wichtige Rolle bei seinem zum Jahresende angekündigten Rücktritt gespielt. "Da gibt es ein großes Thema, das dies begründet: dass ich nicht zufrieden bin, wie sich diese Währungsunion entwickelt hat", sagte Stark der "Wirtschaftswoche". Bislang hatte er immer "persönliche Gründe" angeführt.

Mit der Arbeit der Zentralbank ist Stark dennoch zufrieden. "Die EZB hat ihren Auftrag, die Preisstabilität zu gewährleisten, voll erfüllt", sagte er. Auch habe man rechtzeitig vor Fehlentwicklungen der Euro-Zone gewarnt. "Die Politik hat das damals nicht als akutes Problem angesehen", sagte Stark. Instrumente für die fälligen Anpassungen wären in den Euro-Ländern vorhanden gewesen, eine Korrektur mit geldpolitischen Maßnahmen sei dagegen nicht möglich.

Zugleich verteidigte Stark seine Haltung zur Rolle der EZB in der Krise. Der weitere Kauf von Staatsanleihen sei keine Lösung, auch wenn das "rund 90 Prozent der selbst ernannten oder wirklichen Experten rund um den Globus" forderten. Werde nun die US-Notenbank "als leuchtendes Beispiel hingestellt", zeige das "Unverständnis des institutionellen Rahmens" in Europa, erklärte Stark.

"Es ist eine fundamentale Ausrichtung dieser Währungsunion, die monetäre Finanzierung von Staatsschulden durch die EZB nicht zuzulassen", sagte Stark. "Ohne diese Regelung gäbe es diese Wirtschafts- und Währungsunion nicht." Seit Mai 2010 habe die EZB bereits Staatsanleihen für rund 210 Milliarden Euro gekauft. "Dieses Instrument ist von Zeit und Volumen her begrenzt, wir können nicht unbegrenzt unsere Bilanz ausweiten", sagte Stark.

(dapd )


 


 

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