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Düsseldorfer Energiekonzern

Bei E.on klingeln wieder die Kassen

Gewinnsprung bei E.on: Gut ein Jahr nach der Energiewende überrascht Deutschlands größter Energieversorger mit glänzenden Zahlen. Ausschlaggebend dafür sind die erfolgreiche Neuverhandlung der Gaslieferpreise und der Wegfall der Einmalbelastung aus dem Atomausstieg.

Von Erich Reimann

Der Energieriese erwartet im ersten Halbjahr 2012 einen Anstieg des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um fast 56 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro. Der nachhaltige Konzernüberschuss soll mit 3,3 Milliarden Euro sogar gut dreieinhalb Mal so hoch ausfallen wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie der Konzern am Dienstag ankündigte.

E.on lässt damit die Talsohle hinter sich, in die der Konzern nach dem Beschluss der Bundesregierung zum Atomausstieg geraten war. 2011 hatte der Konzern - nicht zuletzt wegen der Abschaltung der Kernkraftwerke Isar 1 und Unterweser - erstmals in seiner Geschichte rote Zahlen geschrieben. Unter dem Strich belief sich der Konzernverlust auf fast 1,9 Milliarden Euro.

Neben dem Atomausstieg trugen dazu auch hohe Verluste im Gasgeschäft bei. Denn seine langfristigen, an den Ölpreis gekoppelten Lieferverträge mit den großen Lieferländern wie Russland und Norwegen zwangen den größten deutschen Gasimporteur jahrelang dazu, Preise zu zahlen, die deutlich über dem Marktniveau lagen. Allein im vergangenen Jahr führte dies zu Verlusten von rund 700 Millionen Euro im Gashandel.

E.on-Aktie leicht im Plus

Anfang Juli gelang es E.on jedoch nach langwierigen Verhandlungen, sich auch mit dem russischen Staatskonzern Gazprom als letztem der großen Lieferanten auf günstigere Lieferkonditionen zu einigen und damit das eigene Gasgeschäft wieder wettbewerbsfähig zu machen. Da die neuen Preiskonditionen rückwirkend zum vierten Quartal 2010 gelten, konnte sich E.on außerdem über eine erhebliche Rückzahlung freuen, die in diesem Jahr zusätzlichen Glanz in die Bilanz bringt.

Der positive Effekt der Einigung im Gasstreit und der Wegfall der Einmalbelastungen aus dem Kernenergieausstieg würden sich auch in den folgenden Quartalen auswirken, betonte das Unternehmen.

Der Konzern bekräftigte seine im Juli - nach der Einigung mit Gazprom - erhöhte Prognose für das Gesamtjahr. Danach erwartet E.on für 2012 ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen zwischen 10,4 und 11 Milliarden Euro und einen nachhaltigen Konzernüberschuss zwischen 4,1 und 4,5 Milliarden Euro.

An der Börse gewann die im DAX notierte E.on-Aktie bis zum Dienstagnachmittag mehr als zwei Prozent an Wert.

(dapd )


 


 

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