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Stipendienprogramm für Sozialunternehmen

Social Startups leisten wichtigen Beitrag zur ökonomischen Integration Geflüchteter

Die KfW Stiftung und Social Impact gGmbH setzen „ANKOMMER.Perspektive Deutschland“ mit zehn neuen Gründerteams fort. Das Bundeswirtschaftsministerium übernimmt zum dritten Mal in Folge die Schirmherrschaft für das Stipendienprogramm zur Förderung von Social Startups. Im Oktober wird in Frankfurt zudem der mit 45.000 Euro dotierte „Special Impact Awards“ verliehen.

Am 25. April 2018 präsentierten die KfW Stiftung und die Social Impact gGmbH in Frankfurt die neuen Teilnehmenden des Stipendienprogramms. Das seit 2015 bestehende Programm „ANKOMMER. Perspektive Deutschland“ fördert Startups und (sozial-)unternehmerische Initiativen, die mit innovativen und übertragbaren Ansätzen geflüchteten Menschen sowohl einen verbesserten Zugang zu Bildung verschaffen, als auch das Angebot von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen erweitern.

Die Stpendiatenteams 2017/2018

  • Be an Angel e.V. Kreuzberger Himmel (Berlin)
    Ein Ort für interkulturellen Austausch und Qualifizierung von geflüchteten Menschen
  • Bridges – Musik verbindet (Frankfurt am Main)
    Interkulturelle Musikinitiative, die Austausch und Beschäftigungsmöglichkeiten schafft
  • Eed be Eed e.V. (Berlin)
    Arabischsprachige Multimedia-Journalismus-Plattform für Journalisten mit Fluchthintergrund
  • Girls for Girls (Stuttgart)
    Tandemprojekt von Frauen für geflüchtete Frauen
  • Land der Kulturen (München)
    Perspektiverweiterung durch interaktiven Parcours geflüchteter Menschen für Bürgerinnen und Bürger Deutschlands
  • MITmacher – Magration, Integration, Teilhabe (Hamburg)
  • Vermittlung von Menschen mit Fluthintergrund in ehrenamtliches Engagement
  • Rap for Refugees (Hamburg, Berlin, bundesweit)
    Integrative Kultur- und Bildungsinitiative rund um die Kunstrichtung des Hip-Hop
  • R3solute (Berlin),
    Ausbildung von ediatoren zum Konfliktmanagement und der Konfliktprävention
  • Über den Tellerrand kochen München
    Interkultureller Austausch, der durch den Magen geht!
  • Wow (With or Without) – mit oder ohne Kopftuch (Stuttgart)
    Vorbereitungsprogramm für geflüchtete Frauen für den deutschen Arbeitsmarkt.

Trendwende bei der wirtschaftlichen Integration Geflüchteter

Die Analyse der Bewerbungen und die Erfahrungen aus mehr als zwei Jahren intensiver Arbeit mit rund 40 Social Startups im Ankommer-Programm zeigen laut den Initiatoren eine Trendwende bei der ökonomischen Integration Geflüchteter.

1,2 Millionen Menschen sind 2015/2016 hier angekommen. Von ihnen haben weniger als die Hälfte die Berechtigung zur Beschäftigungsaufnahme. Nur 131.000 Menschen haben nach einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bisher eine Beschäftigung gefunden. Auch wenn Sprachbarrieren überwunden und der rechtliche Status geklärt sei, bleibe es für viele Geflüchtete schwer bis unmöglich, auf konventionellem Wege einen dauerhaften Job zu finden, der ihnen ein selbstbestimmtes Leben und damit eine nachhaltige ökonomische und soziale Integration ermögliche, heißt es in einer gemeinsamen Presseinformation der Initiatoren des Ankommer-Programms.

Social Entrepreneurs hätten dies erkannt und richteten ihre Angebote gezielt danach aus. Bei der Qualifizierung und Beschäftigung von Geflüchteten leisteten sie eine hohe Qualität und fühlten sich der Nachhaltigkeit verpflichtet. Das gelinge, indem sie sich ganzheitlich um die neuen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kümmerten. Sie böten Qualifikation und einen festen Arbeitsplatz, regelten darüber hinaus aber auch persönliche und juristische Belange – durchaus auf Kosten des Ertrags aber zugunsten der sozialen Hebelwirkung.

Bei den üblicherweise ertragsorientierten klein- oder mittelständischen Unternehmen, aber auch Großbetrieben hingegen lägen solche ganzheitlichen Ansätze fern. 10 Prozent aller Betriebe in Deutschland haben bisher Kontakt oder Erfahrungen mit Geflüchteten. Nur 3,5 Prozent aller Betriebe haben Menschen mit Fluchthintergrund eingestellt (IAB 2017).

Sozialunternehmer leisten wichtigen Beitrag zur ökonomischen Entwicklung in Deutschland

Die Bewerbungen und die zehn ausgewählten Stipendiatinnen und Stipendiaten für das Ausbildungsjahr 2017/2018 des Ankommer-Programms würden erneut unterstreichen, dass Sozialunternehmerinnen und -unternehmer einen zunehmend wichtiger werdenden Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung und Struktur in Deutschland leisteten. Denn seit 2015 wurden viele Konzepte entwickelt und Projekte realisiert, auf die nun aufgesetzt und mit denen kooperiert werde. Dies seien etwa digitale Lösungen für Vermittlung, Übersetzung, Kontakt und Austausch oder Fernuniversitäten für Geflüchtete.

Die sozial-innovativen Projektentwickler hätten dabei genau im Blick, wo Handlungsbedarf bestehe. Sie richteten ihren Fokus auf die Interessen und Bedürfnisse der Geflüchteten, die aufnehmende Gesellschaft und Wirtschaft, so die Initiatoren. Die meisten eingereichten Gründungsideen konzentrieren sich demnach im laufenden Jahrgang auf die Bereiche Ausbildung und Qualifizierung sowie Sprachvermittlung. Auch Projektideen aus dem Bereich des gesellschaftlichen und kulturellen Austauschs nehmen zu.

KfW Stiftung und Social Impact gGmbH beobachten folgende Trends:

  1. Gastronomie ist und bleibt die effizienteste Möglichkeit zur ökonomischen Integration Geflüchteter. Sie wird deshalb auch von etablierten Initiativen genutzt, um feste Anlaufstellen zu bieten.
  2. Der Austausch kultureller Werte ist für nachhaltige Integration von extremer Bedeutung. Dazu gehören auch Perspektivwechsel in der Kommunikation sowie Informationstransfers und ehrenamtliches Engagement für Geflüchtete.
  3. Die Integration geflüchteter Frauen, die Schlüssel für die Integration ganzer Familien sind, gelingt besser im geschützten Raum. Nicht alle Frauen werden von den klassischen Integrationsmaßnahmen erreicht. Über weibliche Integrationsvorbilder wird die Basis für Persönlichkeitsstärkung gelegt.
  4. Ganzheitliche Betreuung als Voraussetzung für ökonomische Integration wird von Social Startups etabliert. Geflüchtete werden nicht nur als Praktikanten oder Azubis an Arbeitgeberinnen und -geber vermittelt, sondern ganzheitlich auf ihrem Weg in einen festen Beruf begleitet – ein wichtiger Beitrag zum Abbau von Hemmschwellen bei der Beschäftigungsabsicht.
  5. Konflikt ist kein Tabuthema mehr. Social Entrepreneurs etablieren die Ausbildung von Geflüchteten zu Mediatoren, um die Situationen in den Notunterkünften deutlich zu verbessern. Gleichzeitig erwachsen hieraus auch gerade bei den geflüchteten Menschen Kompetenzträger, die für die nächsten Schritte in eine gelungene Zuwanderungsgesellschaft von hohem Wert sind.

Die Entwicklungen und Lösungen im Bereich Social Entrepreneurship zeigen den Initiatoren des Ankommer-Programms zufolge, dass das Flüchtlingsthema die seit Jahrzehnten bestehende Diskussion über Wege für eine gelingende Integration belebt hat. Die Beiträge des noch jungen Unternehmenssegments gäben nun wichtige zukunftsweisende Impulse für eine geregelte Zuwanderungspolitik.

Das  Ankommer-Stipendium hat eine Laufzeit von bis zu acht Monaten und umfasst Leistungen im Gegenwert von 12.500 Euro. Darunter fallen Coaching, Fachberatung, Workshops und ein Co-Working -Arbeitsplatz in den Labs der Social Impact gGmbH, etwa in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Leipzig, Duisburg, Stuttgart und München. Nach dem Stipendium gibt es die Möglichkeit, an einem Tandem-Programm teilzunehmen: Partner aus der Wirtschaft und dem dritten Sektor entwickeln mit den Stipendiaten die Lösungsansätze weiter, damit das Projekt in der Praxis durchstarten kann.

Das Ankommer-Programm 2018 erreicht seinen Höhepunkt mit der Verleihung des von der KfW Stiftung und der Social Impact gGmbH ins Leben gerufenen „Special Impact Awards“ im Oktober in Frankfurt. Der im vergangenen Jahr erstmals verliehene Preis ist mit einem Startgeld in Höhe von insgesamt 45.000 Euro dotiert und zeichnet aus:

  • Ein Leuchtturmprojekt für die ökonomische Integrationsleistung von geflüchteten Menschen aus dem Kreis der neuen „Ankommer“-Stipendiatenteams 2017/2018.
  • Ein Leuchtturmprojekt mit besonderer sozialer Wirksamkeit aus dem Kreis der „AndersGründer“ – angehenden Sozialunternehmerinnen und -unternehmern, die mit Unterstützung der KfW Stiftung in den Social Impact Labs Frankfurt und Duisburg qualifiziert werden.

Mehr Informationen: www.ankommer.eu

(Redaktion)


 


 

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