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Flughafen Frankfurt/Main

Streik von 200 Beschäftigten lähmt größten deutschen Flughafen

Ein Streik von Vorfeldbeschäftigten am Frankfurter Flughafen hat am Donnerstag zahlreiche Flugausfälle und Ärger bei etlichen gestrandeten Passagieren verursacht.

Insbesondere auf innereuropäischen Strecken kam es zu Verspätungen und Annullierungen. "Interkontinentalverkehr hat Priorität", sagte der Vorstand des Betreibers Fraport, Peter Schmitz. Nach Fraport-Angaben wurden bis zum Abend rund 160 Starts und Landungen gestrichen. Insgesamt waren im Streikzeitraum von 15.00 bis 22.00 Uhr 526 Flugbewegungen geplant. Das befürchtete Chaos blieb damit aus.

Für Freitag wurde eine Fortsetzung des Ausstands ab 08:00 Uhr angekündigt. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) will Fraport mit dem Streik dazu zwingen, den Schlichterspruch in den Tarifverhandlungen anzunehmen. Bei dem Tarifstreit geht es um die Beschäftigten in der Verkehrszentrale, der Vorfeldkontrolle und der Vorfeldaufsicht. Sie wollen mehr Gehalt .

Betroffen sind gerade einmal rund 200 Arbeitnehmer. Sie sitzen jedoch in Schlüsselpositionen, ohne sie kann kein Flugzeug starten oder landen. Arbeitgebern und großen Gewerkschaften ist das ein Dorn im Auge. So forderten etwa Fraport und Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt, Sparten-Gewerkschaften gesetzlich in die Schranken zu weisen.

Finanzieller Schaden laut Fraport noch nicht zu beziffern

Unterstützung kommt ausgerechnet vom Fraport- Betriebsrat . Er nannte das Vorgehen der GdF inakzeptabel. "Die Forderungen dieser Spartengewerkschaft hebeln die Tarifstruktur aus", sagte ein Sprecher der Arbeitnehmervertretung. Fraport-Vorstand Schmitz sagte, die "geforderten Gehaltszulagen von bis zu über 70 Prozent sind einfach unhaltbar".

An ein Arbeitsgericht hat Fraport sich indes bisher nicht gewandt, um den derzeitigen Ausstand zu verhindern. "Wir behalten uns die Prüfung und Geltendmachung juristischer Schritte weiterhin vor", sagte ein Sprecher. Wegen der angekündigten Streikausweitung am Freitag warf der Flughafenbetreiber der GdF eine kompromisslose und egoistische Haltung vor. "Wir bedauern sehr, dass die GdF ihre Rolle als Gewerkschaft einer kleinen Beschäftigtengruppe in dieser Weise ausnutzt. Wir fühlen uns erpresst", hieß es.

Der durch den Streik entstehende finanzielle Schaden sei für Fraport noch nicht zu beziffern, sagte Schmitz. Fraport will auch am Freitag trotz des angekündigten weiteren Streiks mehr als die Hälfte der planmäßigen Starts und Landungen abwickeln. "Die Lernkurve unseres Zusatzpersonals zeigt nach oben", sagte Schmitz mit Blick auf neu geschultes Personal.

Behinderungen bis mindestens Samstag

Gleichwohl verursacht der Streik gleichwohl noch bis mindestens bis Samstag Behinderungen im Flugverkehr. Die Lufthansa hat bereits einige Flüge am Wochenende gestrichen, wie der Internetseite zu entnehmen ist. Am Donnerstag annullierte das Unternehmen nach Angaben einer Sprecherin 50 von 158 Verbindungen, dabei handelte es sich um insgesamt 100 Hin- und Rückflüge.

Für Freitag hat die Lufthansa in der Streikzeit von 08.00 Uhr bis 22.00 Uhr demnach 125 von 290 Flugpaaren gestrichen. Betroffen sind Flüge in Deutschland und Europa. Die Langstreckenflüge starten und landen demnach nach Plan, wie es hieß.

(dapd )


 


 

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