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Verbraucherschutz

Studie zur Strahlenbelastung im Trinkwasser vorgelegt

Die Studie, welche in den Jahren von 2003 bis 2008 durchgeführt wurde, soll das Informationsdefizit bei der Strahlenbelastung des Trinkwassers beheben. Besonders gefährdet sind Gebiete mit Granit im Untergestein, was häufig auf die deutschen Mittelgebirge zutrifft. Das Umweltbundesamt bietet den Wasserunternehmen Unterstützung bei Messungen und Reduzierung der Werte an.

Die Studie vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) wurde im Auftrag des Bundesumweltministeriums von 2003 bis 2008 durchgeführt. Damit gibt es nun erstmals eine ausführliche Übersicht über natürliche Radioaktivität im Trinkwasser der Bundesrepublik.

Teilweise Grenzüberschreitungen

Die Untersuchung kommt hierbei zu dem Schluss, dass die Grenzwerte für Uran und Radium, unter Berücksichtigung des EU-Entwurfes zu Mess- und Berechnungsverfahren der Gesamtrichtdosis von 0,1 Millisievert (mSv) pro Jahr, in einem Fall überschritten wurde. Nimmt man bei der Bewertung Radon und seine Zerfallsprodukte Blei 210 und Polonium 210 hinzu, wurde der Grenzwert gar bei 57 untersuchten Wasserwerken überschritten, was knapp 10 Prozent der untersuchten Werke entspricht. Legt man den Maßstab, der auf Kleinkinder und Säuglinge zugeschnitten ist auf die Werte an, dann überschreiten gar 22 Prozent der Werke die Grenzwerte.

Einheitliche Auslegung gefordert

Für die Gesundheit gebe es zwar keine Gefahr, so das BfS, allerdings müsse man dafür sorgen, dass der Prüfungsmaßstab der Wasserwerke einheitlich ausgelegt werde.
Bei den Untersuchungen versuchte das BfS eine möglichst große Spannbreite abzudecken, die Auswahlkriterien waren hier der Untergrund und seine stärkere oder weniger starke, natürliche Radioaktivität, Ballungsgebiete, sowie die Einbeziehung möglichst großer Teile des Bundesgebiets. Dennoch können die Untersuchungen nicht auf die Gesamtheit aller Wasserversorgungsanlagen der Bundesrepublik übertragen werden, da es immer kleinrahmige Schwankungen geben könne.

Bisher nur unzureichende Informationen

Unterstützt wurde die Behörde bei ihrer Untersuchung von den jeweiligen Landesbehörden, denen die Ergebnisse in Teilen bereits während der seit 2003 laufenden Untersuchung mitgeteilt wurde. Aufgenommen wurde die Studie, da es bisher nur unzureichende Informationen über die Belastung des Trinkwassers mit Radioaktivität gab. Hier soll die Studie eine erste Bestandsaufnahme für weitere Regelungsschritte von zum Beispiel Mess- und Berechnungsverfahren liefern.

Gebiete mit Granit im Untergestein stärker belastet

Insgesamt beträgt die Strahlenbelastung der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland bei Durchschnittlich 2 mSv pro Jahr, wovon etwa 0,3 mSv auf die Nahrungsaufnahme entfallen. Deutlich höher kann dies in Gebieten mit Untergrundgestein aus Granit sein. "Diese Gebiete finden sich unter anderem im Erzgebirge, im Vogtland, im Fichtelgebirge, im Oberpfälzer Wald, im südlichen Schwarzwald, aber auch im östlichen Thüringen, in Nordbayern und im Süden Sachsen-Anhalts", so ein BfS-Sprecher.

Fachliche Unterstützung durch BfS

Das Umweltbundesamt bietet den Wasserversorgungsunternehmen und -verbänden sowie den Gesundheits- und Umweltbehörden in Zusammenarbeit mit dem BfS fachliche Unterstützung bei der Weiterentwicklung von Mess- und Reduzierungsverfahren für natürliche Radioaktivität im Trinkwasser an.

(Redaktion)


 


 

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