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Dialog der Stiftungen Nord-West

StudiVZ, Twitter und Co. beschäftigen auch gemeinnützige Organisationen

Bei einer gemeinsamen Veranstaltung der EWE-Stiftung und der OLB-Treuhandstiftung im Forum "Alte Fleiwa" in Oldenburg stand am vergangenen Freitag das Thema Soziale Medien im Mittelpunkt. Denn auch gemeinnützige Organisationen stehen immer häufiger vor der Frage, ob sie sich auf soziale Medien wie StudiVZ, Facebook und Co. einlassen sollen oder nicht. Das Thema wurde kontrovers diskutiert.

Nach den Grußworten von EWE-Stiftungsvortand Michael Wagener und dem ersten Mann der Oldenburgischen Landesbank, OLB-Vorstand Peter Schinzig, führte kurzweilig und informativ der Social Media-Experte Christoph Scholz in das Themengebiet ein.

Bei seiner Präsentation machte Scholz deutlich, dass es mit der Einrichtung eines Accounts alleine nicht getan sei, sondern es auch auf die zeitnahe und zielgruppengerechte Ansprache mit für die Gesprächspartner befriedigenden Antworten ankomme. Vage Standardantworten reichten nicht aus. Andernfalls drohe negatives Feedback der Nutzer.

"Top to Bottom"-Konzept auf der Kippe

Dass Soziale Medien eine ganz neue Art der Kommunikation für Unternehmen und Organisationen darstellen und das bisherige "Top to Bottom"-Kommunikationsmodell zuweilen arg durcheinander werfen können, machte Scholz auch anhand eines Beispiels deutlich, bei dem  der kanadische Folk-Sänger Dave Caroll erfolgreich auf der Online-Videoplattform Youtube einen Protest-Song gegen die Fluggesellschaft United Airlines veröffentlicht hat. Aus dem Flugzeugfenster hatte Caroll zuvor bei einer Zwischenlandung in Chicago beobachtet, wie Mitarbeiter der Fluggesellschaft beim Verladen seine Gitarre zerstört hatten. Die Fluggesellschaft ignorierte allerdings Carolls Beschwerden allesamt. Mit einem amüsanten Protest-Video setzte dieser sich in der Folge zur Wehr. Der Spot wurde inzwischen bereits über 10. Millonen Mal auf Youtube angesehen. Schließlich lenkte auch die Fluggesellschaft United ein und ersetzte den Schaden.

"Kann man sich dem überhaupt noch verweigern?" (Frage aus dem Publikum)

Podiumsdiskussion mit Experten

In einer Podiumsdiskussion stellten sich bei der Veranstaltung zugleich Timon Pohl (Bundesverband Deutscher Stiftungen), Frauke Hamann (Zeit-Stiftung) und Paula Hannemann (WWF) gemeinsam mit Scholz den Fragen des Publikums. Dort herrschte bei so manchem noch Ratlosigkeit.

Ein Fragender verwies auf die fehlende Rechtsverbindlichkeit der Kommunikation über Twitter und Co. und beklagte die Begrenzung der Zeichen und die fehlende demokratische Legitimiation. Briefe im klassischen Sinne lassen sich so tatsächlich nicht verfassen. Die Experten auf dem Podium verwiesen allerdings auf den informellen Charakter der Kommunikation, der eine Rechtsverbindlichkeit gar nicht erforderlich mache. Die demokratische Legitimierung wurde von den Experten dahingehend beantwortet, dass sich bei sozialen Medien wie Facebook und Co. jedermann ohne großen Kostenaufwand oder andere Barrieren einen eigenen Account zulegen können uns damit befähigt werde, mit Organisationen und Unternehmen 1:1 in Kontakt zu treteten. Nicht tiefer behandelt wurde die Frage, ob man mit gefälschten Nutzeraccounts Stimmungen machen kann. Sowohl auf der einen, wie auch auf der anderen Seite. Ein neues Problem der Sozialen Medien.

Ein Verantwortlicher einer bekannten Oldenburger Kulturvereinigung im Publikum leitete seine Frage gleich mit einer Frage ein:  "Kann man sich dem (Sozialen Medien, die Red.) überhaupt noch verweigern?" Er erläuterte, dass man innerhalb der betreffenden Organisation Probleme bei der Nachwuchsgewinnung habe. Man erreiche junge Leute über die klassischen Wege kaum noch, beklagte er. Seine Kulturvereinigung weise daher einen etwas höheren Altersdurchschnitt auf.

Eher nebenbei habe man einen Facebook-Account gestartet und eine Gruppe auf der Online-Plattform gegründet. Als erfreulicher Nebeneffekt seien seitdem zahlreiche jüngere Internetnutzer der virtuellen Facebook-Gruppe beigetreten. Allerdings habe das Ganze eine große Eigendynamik entwickelt, gab der Mann im Publikum zu bedenken. Die Fragen prasselten nun "nur so auf einen ein". Das könne man so gar nicht leisten. Er leitete schlussendlich über zu seiner eigentlichen recht kuriosen Frage: "Kann man sowas auch wieder rückgängig machen?".

(Red. / oy)


 


 

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