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Syrien

Internationales Ärzte-Team leistet Hilfe in improvisiertem Krankenhaus

Seit Juni 2012 betreibt die Organisation Ärzte ohne Grenzen ein kleines chirurgisches Projekt in Syrien. Mit Hilfe einer Gruppe syrischer Ärzte konnte ein medizinisches Team ein leeres Haus in ein improvisiertes Krankenhaus umbauen, in dem Verletzte aufgenommen und operiert werden können.

Bis Mitte August haben die Mitarbeiter nach Angaben der Organisation bereits mehr als 300 Patienten aufgenommen und 150 Operationen durchgeführt.

Die Behandelten seien zum größten Teil bei Panzer-Beschuss und Bombardierungen verletzt worden, heißt es bei Ärzte ohne Grenzen. Viele Patienten hätten Schusswunden. Bei der Mehrheit der Patienten handle es sich um Männer, nur etwa jeder zehnte Behandelte war demnach eine Frau. Rund ein Fünftel der Patienten war laut Angaben jünger als 20 Jahre. Bei zwei Dritteln aller Behandlungen habe es sich um Notoperationen gehandelt. Nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen zeugen die Art der erlittenen Wunden sowie die eingelieferten Patienten vom Einsatz schwerer Artillerie, von deren Einsatz auch Zivilisten nicht verschont blieben.

Zukunft des Projektes unklar

Das Ärzte-Team aus nationalen und internationalen Mitarbeitern kann nach Angaben der Organisation wegen der herrschenden Gewalt nur eingeschränkt Hilfe leisten. Auch die Zukunft des Projekts sei noch ungewiss.

Zum einen arbeiteten die Mitarbeiter derzeit ohne Genehmigung durch die syrischen Behörden, zum anderen seien die Aktivitäten durch Veränderungen des Konflikts und Probleme bei der Versorgung mit medizinischen Materialien immer wieder gefährdet. Außerdem hätten Verletzte große Schwierigkeiten, im Zuge der andauernden Kampfhandlungen das Krankenhaus zu erreichen.

Die chirurgische Klinik besteht laut Ärzte ohne Grenzen aus einem Dutzend Betten, einem sterilen Raum, einem Operationssaal, einem Zimmer für Wiederbelebungen und einem Aufwachraum. Man verteile zudem  in mehreren Regionen Syriens Medikamente und medizinische Hilfsgüter. Trotz des schwierigen Zugangs zum Land sei geplant, die Aktivitäten in Syrien und den Nachbarstaaten auszubauen. In einem Projekt für rekonstruktive Chirurgie in Amman/Jordanien nähmen Mitarbeiter derzeit monatlich rund 50 verletzte Syrer auf. Zudem leisteten Teams psychologische Unterstützung und medizinische Grundversorgung für syrische Flüchtlinge im Libanon, so die Organisation in einer Mitteilung.

(Redaktion)


 


 

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