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Apple, Samsung und Co.

Juristischer Kleinkrieg um die Vormacht bei Smartphones und Tablet-Computern

Es herrscht Krieg zwischen den Elektronikkonzernen Apple und Samsung. Gekämpft wird um die Vormacht bei Smartphones und Tablet-Computern. Seit Monaten überziehen sich die Unternehmen gegenseitig mit Klagen. Apple wirft dem südkoreanischen Konkurrenten vor, seine Kultprodukte iPhone und iPad mit der eigenen Galaxy-Serie dreist kopiert zu haben. Samsung beschuldigt Apple im Gegenzug vielfacher Patentverletzungen.

Von Erich Reimann

Der Streit der Elektronikgiganten beschäftigt inzwischen Gerichte in aller Welt. Doch einen der wichtigsten Etappensiege erzielte Apple ausgerechnet in Deutschland. Hier sieht das Düsseldorfer Landgericht deutliche Hinweise auf Markenrechtsverletzungen durch Samsung und verbot den Koreanern in einer einstweiligen Verfügung den Verkauf des iPad-Rivalen "Galaxy Tab 10.1".

In der ohnehin als klagefreudig bekannten Branche wird zurzeit mit besonderer Erbitterung gekämpft. Denn im Augenblick wird der boomende neue Markt für Smartphones und flache tragbare Computer, die Tablet-Rechner, verteilt.

Er wurde von Apple durch die Kreation des iPhone und des iPad fast im Alleingang geschaffen. Doch sieht sich der Kultkonzern aus Kalifornien zumindest bei Smartphones inzwischen wachsender Konkurrenz gegenüber. Asiatische Konzerne wie Samsung oder der taiwanesische Hersteller HTC, die vor allem auf das Google-Betriebssystem Android setzen, gewinnen immer größere Marktanteile.

Jeder verletzt Patente des anderen

Zwar ist das iPhone noch immer das meistverkaufte Smartphone, doch in der Summe werden längst viel mehr Android-Geräte verkauft. Bei den Tablet-Computern ist dagegen Apples Marktposition bislang noch unangefochten - und der Konzern aus Cupertino versucht diese Position erbittert zu verteidigen, nicht zuletzt auf dem Klageweg.

Dabei trägt der Streit zwischen Apple und Samsung auch Züge eines Stellvertreterkrieges. Denn längst heißt Apples Hauptgegner nicht mehr Samsung oder HTC, sondern Google, dessen Betriebssystem Android auf immer mehr Smartphones und Tablet-PCs läuft. Einzig Microsoft mit seinem Handy-Partner Nokia scheint Apple und Google in nächster Zeit im Smartphone-Bereich noch Konkurrenz machen zu können.

Wichtigste Waffe und Währung im Streit zwischen den Mobilfunkkonzernen ist dabei die eigene Patentbibliothek. "Es ist ein offenes Geheimnis, dass jeder in irgendeiner Weise die Patente des anderen verletzt", schrieb kürzlich das britische Wirtschaftsmagazin "Economist". Dies führe in der Regel dazu, dass die Rechtsstreitigkeiten am Ende durch wechselseitige Lizenzabkommen beendet würden und nur wenig Geld den Besitzer wechsle.

Google war hier bislang allerdings in einer schwachen Position. Denn als Neueinsteiger im Mobilfunk-Geschäft verfügte der Internetriese kaum über Patente, um sein Betriebssystem Android vor den Klagen der Konkurrenten zu schützen. Doch das ist Vergangenheit. Mit dem 8,6 Milliarden Euro teuren Kauf des Handyherstellers Motorola sicherte sich Google rund 17.000 Patente des Mobilfunkpioniers und damit eine wirksame Waffe gegen Apple und Microsoft. Der Kampf kann also weitergehen.

(dapd )


 


 

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